Einreisebestimmungen für Kuba: Auslandskrankenversicherung ist Pflicht

Einreisebestimmungen für Kuba: Auslandskrankenversicherung ist Pflicht

Kuba ist ein ganz besonderes Land und bei Touristen gerade schwer angesagt. Jedes Jahr kommen mehr Urlauber, die noch etwas von dem ganz besonderen Charme des Landes mitbekommen möchten, in dem noch Autos aus den 50er Jahren fahren, es bis vor wenigen Jahren kein Internet gab, Werbung und Kommerzialisierung noch nicht angekommen sind und der Kommunismus noch aktiv ist.

Waren es 2010 noch 2,5 Millionen Touristen, kamen 2014 schon 3 Millionen Urlauber nach Kuba. 2016 wurde die vier Millionen-Marke dann geknackt und auch hunderttausende US-Bürger, die das Land lange Zeit nicht bereisen konnten, waren unter den Touristenmassen.

Der Kommunismus lebt in Kuba nach wie vor, kostenlose Bildung und Gesundheitsversorgung, aber auch rationierte Lebensmittel sind in dem Karibikstaat an der Tagesordnung. Immer mehr Einheimische versuchen im Tourismus Fuß zu fassen und so ihr Einkommen aufzubessern, parallel sind die Preise für Kuba-Reisen gestiegen.

Währung in Kuba

Eine Besonderheit des Landes ist, dass es zwei Währungen gibt, eine Währung für Einheimische und eine Währung für Touristen und für Luxus-Artikel. CUP (Peso cubano) ist die ursprüngliche Währung Kubas und dient in erster Linie der Bezahlung von staatlich subventionierten Dienstleistungen und Waren. Der CUC (Peso convertible) wurde ursprünglich 1994 für Import-Waren eingeführt und ist an den US-Dollar gekoppelt. Er ist heute die gängige Währung, in der Restaurant-Besuche, Hotelübernachtungen, Taxifahrten und auch Güter wie Elektro-Artikel, manche Lebensmittel und Hygieneartikel bezahlt werden. 1 CUC sind 24 CUP im Ankauf und 25 im Verkauf.

Touristen kommen praktisch nicht mit dem CUP in Berührung, außer sie kaufen bei einheimischen Verkäufern Grundnahrungsmittel, die sie dann mit CUC bezahlen und das Wechselgeld in CUP erhalten. Wer auf der Bank Geld abhebt oder Geld wechselt, erhält CUC und zahlt mit diesen dann in vielen Einrichtungen spezielle Touristenpreise. Auch die Preise für Hotels, die Preise in Restaurants und in den Supermärkten sind immer in CUC ausgezeichnet.

Große Kontraste zwischen arm und reich

CUCs sind bei den Kubanern sehr beliebt, da mit ihnen Luxus-Artikel etc. gekauft werden können. Viele Kubaner bemühen sich daher um Jobs im Tourismus, da sie auf diese Weise den besten Zugang zu dieser Währung haben, ein Großteil der Bevölkerung ist aber nach wie vor arm und lebt von wenig Geld im Monat. Bei umgerechnet 20 US-Dollar liegt der durchschnittliche Lohn für Bedienstete in der Verwaltung oder im Staatsbetrieb.

Für Touristen wird Kuba aufgrund der speziellen Währung und der Koppelung an den US-Dollar zu einem teuren Reiseziel, was im Kontrast zur zum Teil deutlich sichtbaren Armut der Bevölkerung steht. Auch für die Bevölkerung bergen die zwei Währungen Risiken, da die Kluft zwischen den reicheren Kubanern, die über Touristen an Devisen kommen und den ärmeren Kubanern, die nach wie vor für den Staat arbeiten, weiter wächst.

Kein Land ist so wie Kuba

Dennoch ist das Land auf seine Weise einzigartig und dass es jahrelang abgeschottet war, hat einen ganz besonderen nostalgischen Charme auf der Insel hinterlassen. Lebensfrohe Kubaner, Musik, Zigarren, bunte Häuser, karibische Strände und der Revolutionsheld Che Guevara sind in Kuba allgegenwärtig und genau dafür kommen die Touristen. Die klassische Route der meisten Reisenden sieht einen Besuch der Orte Viñales, Trinidad, Cienfuegos und natürlich Havanna vor. In der Hauptstadt wird jedes Kuba-Klischee erfüllt, dass Reisende im Kopf haben und das die meisten Menschen nach Kuba zieht. Doch auch die Landesmitte mit Camagüey und der Osten mit Santiago de Cuba lohnen einen Besuch.

Zwar ist Kuba nicht für sein gutes Essen berühmt und als Kuba-Urlauber muss man sich auf einen eher eintönigen Speiseplan mit viel Fleisch, Reis und Bohnen einstellen, dennoch gibt es seit der stückweisen Öffnung der Privatwirtschaft auch viele privat betriebene Restaurants (ein Großteil der Restaurants des Landes ist immer noch staatlich), sogenannte Paladares, in denen in der Regel kreativer gekocht wird als in den staatlichen Betrieben. Eine schöne Unterbringungsmöglichkeit, bei der man mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt kommt, sind die Casas Particulares. Dort wohnt man bei Einheimischen, die innerhalb ihres Hauses Zimmer vermieten und darüber hinaus meist noch für ihre Gäste kochen, Cocktails mixen und vom Alltag und Leben in Kuba erzählen.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Kuba ist der deutsche Winter, also in den Monaten von November bis März. Wenn es in Deutschland grau und kalt ist, lockt Kuba mit konstanten Temperaturen um die 30 Grad und jeder Menge Sonne. Ab April steigen die Temperaturen und vor allem die Luftfeuchtigkeit dann stark an, das Fortbewegen wird beschwerlicher und ab Mai/Juni beginnt die Regenzeit. Zwischen Juli und September kann es sogar zu schweren Stürmen kommen, dennoch ist Kuba auch in den deutschen Sommerferien ein beliebtes Ziel bei Urlaubern.

Diese Unterlagen sind für eine Einreise nach Kuba nötig

Für die Einreise nach Kuba benötigen deutsche Staatsangehörige eine Touristenkarte. Diese Touristenkarte fungiert als Visum und darf für einen touristischen Aufenthalt von maximal 30 Tagen genutzt werden. Die Touristenkarte muss schon vor dem Flug nach Kuba vorliegen, sie wird nicht bei der Einreise beziehungsweise an der kubanischen Grenze ausgestellt. Ab dem Ausstellungsdatum ist die Karte 180 Tage lang gültig und muss bei der Einreise vorgelegt werden.

Zusätzlich zur Touristenkarte muss auch der Reisepass vorgelegt werden, der noch mindestens sechs Monate lang gültig sein muss. Wenn eine Hotelbuchung über die 30 Tage hinaus vorliegen sollte, kann der Aufenthalt auch um einmalig weitere 30 Tage verlängert werden. Wer sich bei Freunden oder Verwandten zu privaten Zwecken aufhalten möchte, der benötigt ein Visum. Die Touristenkarte ist für diese Form von Aufenthalten nicht zulässig.

Weiterhin muss bei der Einreise ein Rückflugticket präsentiert werden, das ebenfalls Voraussetzung für die Einreise nach Kuba ist. Auch die Adresse der ersten Unterkunft sollte bereits feststehen, diese muss ebenfalls bei der Einreise angegeben werden. Darüber hinaus muss jeder Reisende nachweisen können, dass er pro geplantem Reisetag in Kuba über einen Gegenwert von 50 US-Dollar verfügt. Dieser finanzielle Aspekt wird aber selten überprüft.

Auslandskrankenversicherung

Eine Auslandskrankenversicherung ist für die Einreise nach Kuba Pflicht

Ein wichtiger Aspekt bei der Einreise nach Kuba ist, dass eine Auslandsreisekrankenversicherung vorgewiesen werden muss, die medizinische Behandlungen in Kuba entweder einschließt oder die Behandlungskosten übernimmt. Zwar wird bei der Einreise nicht immer nach dem Nachweis gefragt, dennoch sollte er unbedingt vorliegen, da sonst die Einreise verweigert wird. Wichtig ist, dass die abgeschlossene Versicherung für die gesamte Reisedauer gültig ist.

Auch unabhängig davon, ob eine Krankenversicherung Voraussetzung für die Einreise ist oder nicht, sollte sie unbedingt abgeschlossen werden, denn Deutschland hat kein Sozialversicherungsabkommen mit Kuba. Falls es zu einem Unfall oder zu einer Erkrankung kommt und ein Arzt aufgesucht werden muss, können schließlich hohe Behandlungskosten entstehen, die ohne Versicherung selber bezahlt werden müssen. Je nach Ausmaß der Verletzung kann diese finanzielle Belastung sehr hoch sein und wer dann keine Versicherung abgeschlossen hat, steht möglicherweise sogar vor dem finanziellen Ruin – ein Albtraum, den sich kein Urlauber wünscht.

Die Reisekrankenversicherung sollte unbedingt auch einen Rücktransport mit abdecken, um im Ernstfall für weitere Behandlungen aus Kuba ins Heimatland ausgeflogen zu werden. Wichtig ist die Versicherung vor Reisebeginn abzuschließen, um den Nachweis bei der Einreise vorzeigen zu können.

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Weitere Besonderheiten bei einer Reise nach Kuba

Wer aus Kuba ausreist, muss eine Ausreise-Gebühr bezahlen. Diese liegt bei 25 CUC, umgerechnet rund 20 €. Dieser Betrag sollte in Bar zurückgehalten werden, um am Flughafen keine böse Überraschung zu erleben. Zwar kann auch dort noch Geld abgehoben oder gewechselt werden, allerdings zu schlechten Kursen. Darüber hinaus sollten Kuba-Reisende keine militärischen Anlagen oder Einrichtungen fotografieren oder betreten. Auch militärisches Sperrgebiet, das es zum Beispiel an einigen Küstenabschnitten gibt, ist tabu. Diesen Regeln sollte dringend Folge geleistet werden.

Pauschal oder Abenteuer?

Reisen nach Kuba können entweder auf eigene Faust oder im Reisebüro gebucht werden. Gerade im Reisebüro werden in der Regel Pauschalreisen angeboten. Pauschalreisen gehen häufig auf die Halbinsel Varadero, auf der es viele schicke Resorts gibt. Wer auf eigene Faust bucht, strebt meist eher eine Rundreise an, bei der er das „wahre“ Kuba erkunden möchte. Die Fortbewegung innerhalb des Landes ist sowohl mit einem Mietwagen als auch mit Bussen möglich und nur wer abseits der Halbinsel Varadero unterwegs ist, hat auch wirklich die Chance das Land kennenzulernen. Wer jedoch einfach nur an paradiesischen Stränden entspannen möchte, der ist in Varadero gut aufgehoben.

Kuba in eine Weltreise integrieren

Kuba ist auch bei vielen Weltreisenden ein beliebtes Ziel, das sie auf ihrer Route aufsuchen wollen. Eine Reise nach Kuba lässt sich gut mit einem Besuch in anderen mittelamerikanischen Staaten verbinden, so kann man zum Beispiel von Mexiko aus relativ günstig nach Kuba fliegen.

Die Besonderheit, die sich für Personen ergibt, die nicht aus Deutschland in Kuba einreisen, ist das Besorgen der Touristenkarte. Schließlich geht man nicht einfach in Deutschland zum Flughafen-Schalter, kauft dort die Karte und macht sich auf den Weg. Andere Länder haben andere Abkommen mit Kuba und dementsprechend andere Einreisebestimmungen, sodass die Touristenkarte möglicherweise gar nicht für die Einreise vorgesehen ist, sondern ein Visum benötigt wird. Wer schon weiß, dass er aus einem Land nach Kuba fliegt, in dem er die Touristenkarte nicht bekommt, der hat die Möglichkeit sie in Deutschland zu kaufen und hat dann 180 Tage Zeit sie zu nutzen und in Kuba einzureisen.

Die Touristenkarte wird jedoch auch von den Airlines an anderen Flughäfen der Welt angeboten und kann dann auch in anderen Ländern erworben werden. Am besten ist es, sich vorab bei der Airline zu informieren, ob sie die Touristenkarte am Schalter am Flughafen verkauft. Falls diese Frage verneint wird, gibt es immer noch die Möglichkeit über eine kubanische Auslandsvertretung in einem anderen Land an eine Touristenkarte zu kommen, falls nicht schon aus Deutschland mit 180 Tagen Vorlauf eine mitgebracht wurde. Es gibt auch Anbieter über das Internet, die den Verkauf von kubanischen Touristenkarten anbieten, sodass die Karte dann bestellt werden kann, allerdings sollten diese Anbieter immer gründlich auf Seriosität geprüft werden.

Eine Weltreise planen

Wer eine Weltreise plant oder schon länger mit dem Gedanken spielt eine zu machen, sollte im Vorfeld eine Checkliste, wie zum Beispiel diese hier erstellen, um sicherzugehen, dass er für das große Abenteuer an alles denkt. Kuba in eine Weltreise zu integrieren schafft einen schönen Kontrast und vor allem gute Vergleichsmöglichkeiten, zwischen diesem kommunistischen Staat und anderen Ländern in Mittel- oder Südamerika, die klimatisch dieselben Bedingungen haben, aber weder kommunistisch regiert werden noch jahrzehntelang von der Welt abgeschnitten waren und so keine Chance hatten sich weiterzuentwickeln.

Ausrüstung für eine Kuba-Reise

Kuba-Reisende sollten für ihren Aufenthalt noch einiges beachten. So empfehlen sich einige Impfungen wie zum Beispiel Hepatitis A, neben den Standardimpfungen wie Tetanus, Diphterie, Polio und Masern. Wichtig ist, gute Mückenschutzmittel zu benutzen. Dengue-Fieber und Zika sind zwei Krankheiten, die es in Kuba gibt und die über Mücken übertragen werden und der einzige Schutz davor besteht in der Vermeidung von Mückenstichen durch lange Kleidung, Moskito-Sprays und das Schlafen unter Moskitonetzen.

Auch eine gut bestückte Reiseapotheke sollte unbedingt mit nach Kuba genommen werden, da die Infrastruktur vor allem in ländlichen Regionen schlecht ist und medizinische Versorgung nicht immer um die Ecke.

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