Mein Erfahrungsbericht: Ein Jahr an der Momoyama Uni in Osaka

Mein Erfahrungsbericht: Ein Jahr an der Momoyama Uni in Osaka

In der ersten Woche fand die Orientation Period statt, eine Woche voller Einführungsveranstaltungen. Hier hatte man nun erste Gelegenheit, die anderen Austauschstudenten (insgesamt etwa 80 an der Zahl) kennenzulernen.

Wir absolvierten einen schriftlichen und einen mündlichen Japanisch-Einstufungstest, erfuhren, wie man sich für Vorlesungen anmelden kann, bekamen den Campus gezeigt, lernten etwas über Benehmen in Japan, besuchten ein Erdbeben-Trainings-Zentrum und vollzogen gemeinsam die „Alien Registration“ im Bürgeramt. Nach dieser Woche wurden uns die Ergebnisse des Einstufungstest bekanntgegeben und wir wurden in entsprechende Kurslevel eingeteilt.

Weitere Dinge, die ich in der ersten Woche erledigte, waren zum Beispiel eine Kontoeröffnung und der Kauf eines Handys. Schließlich begann also der Unterricht. In der ersten Unterrichtswoche hatte man die Möglichkeit, alle Vorlesungen erst einmal probezuhören und sich dann im Anschluss zu entscheiden, ob man das Fach belegen wolle oder nicht. Mit dem Unterricht und dem Unterrichtsklima an der Uni war ich sehr zufrieden. Vor allem meine Japanischlehrerinnen waren sehr bemüht und verstanden es, uns optimal auf die Prüfungen vorzubereiten.

Auf dem Campus der Momoyama Universität machte es besonders Spaß, zu lernen. Die ganze Umgebung war dafür wie geschaffen, sodass man oft den ganzen Tag an der Uni verbrachte. Es gab eine riesengroße Bibliothek mit Internetmöglichkeit, das International Center, in dem man sich mit Japanern austauschen konnte, die sich für Ausländer interessieren, schöne Grünflächen, ein Sportzentrum mit Schwimmbad zum „Dampfablassen“, außerdem einen kleinen Supermarkt, ein Café und einen Bankautomaten. Was will man mehr? Durch das Personal des International Centers bekam man hin und wieder auch kleine Jobangebote vermittelt – vorausgesetzt, man beherrschte Englisch und Japanisch in ausreichendem Maße. So kam es, dass ich – zusätzlich durch meinen pharmazeutischen Hintergrund – ab November als Forschungsassistentin eines Arztes in einem Kinderkrankenhaus arbeiten durfte und dort manchmal einen, manchmal zwei Tage pro Woche verbrachte. Durch diese Arbeit und auch durch die Gespräche mit meinen Kollegen während der Mittagspausen gewann ich somit interessante Einblicke in das Gesundheitssystem Japans.

Neben Uni und Arbeit gab es natürlich auch Freizeit! Zum Beispiel organisierte das International Center für uns ein Homestay Weekend, bei dem wir ein Wochenende in einer uns zugeteilten japanischen Familie verbringen durften. Ich hatte großes Glück mit meiner Familie, wir verstanden uns prima und gingen gemeinsam Bergsteigen in Nara und aßen in hervorragenden traditionellen Restaurants.

Am Ende des Semesters fanden dann die Prüfungen statt, die ich dank optimaler Vorbereitung durch meine Lehrer alle mit „A“ abschließen konnte.

Anreisetipps:

Sich unbedingt rechtzeitig um Visum und Auslandskrankenversicherung kümmern; gute Fluggesellschaften die nach Osaka fliegen sind z.B. Emirates (über Dubai) und Asiana (über Seoul/Korea).

Wo gewohnt: In einem Studentenwohnheim in Gehweite der Universität

Zeitraum: September 2008 – Juli 2009

Kosten pro Monat: Japan ist teuer – auf jeden Fall 500-1000 Euro einplanen

Freizeitmöglichkeiten: alles – Karaoke, Sushi, Shopping, Sehenswürdigkeiten, Freizeitparks, Clubs & Sportvereine der Uni.

Vorbereitung: Japanischkenntnisse von Vorteil!!

Sonstige Tipps:

Abschließend vielleicht noch ein paar Worte zur Stadt Osaka selbst. Ich persönlich habe diese Stadt in der Zeit meines Aufenthalts sehr liebgewonnen. Von meinem Wohnort Izumi bis ins Zentrum Osakas musste man eine ca. 40-minütige Bahnfahrt einplanen. Das war das einzig negative an unserer Lage – es war eben doch recht weit bis in die eigentliche Stadt.

Viele sagen, Osaka sei „nicht schön“, aber wenn man sich einmal Zeit nimmt, auch die kleineren Gassen zu erkunden, kann man durchaus hübsche Ecken und kleine Tempelchen entdecken. Aber auch sonst hat die Stadt meiner Meinung nach viel zu bieten.

Die Gegend in Nanba um den Dotonbori-Fluss ist besonders im Sommer sehr reizvoll, ich empfehle z.B. eine abendliche Bootsfahrt! Außerdem sehenswert sind auch das Schloss von Osaka und das Sky Building im Stadtteil Umeda, von dem aus man einen wunderbaren Panoramablick auf die Stadt und auf die Bucht von Osaka hat (am besten bei Sonnenuntergang!). Weiter erwähnenswert sind die unzähligen Restaurants die meist vorzügliches japanisches Essen servieren.

Mein Fazit:

Ich bin unglaublich froh, mich zu diesem Austausch entschieden zu haben! In den knapp elf Monaten in Japan konnte ich Erfahrungen sammeln und meine sprachlichen Fähigkeiten in einem Maße zu optimieren, wie es in Deutschland wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre.

Autor:  Julia Winterhalter

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