Mein Erfahrungsbericht: zwei Semester an der Kansai Gaidai (Osaka)

Mein Erfahrungsbericht: zwei Semester an der Kansai Gaidai (Osaka)

Hab in Japan an der Kansai Gaidai studiert, die meines Wissens die meisten ausländischen Studenten bei sich aufnimmt und dementsprechend viel Erfahrung hat. So wurde ich am Flughafen abgeholt und konnte mich in der ersten Woche ausführlichst über die Uni und das Leben in Japan informieren: Wie man sich in der Gastfamilie verhalten sollte, wie ich mich für die richtigen Kurse anmelde, wie ich ein Bankkonto aufmach, ein Handy kaufe, ein Fahrrad registriere… usw. All das wäre für jemanden, der noch nie in Japan gewohnt hat, ohne Hilfe schlicht und einfach unmöglich gewesen.

Die Kurse waren auch sehr gut durchdacht. Der Sprachunterricht war in mehrere Stufen unterteilt, sodass sowohl diejenigen bedient waren, die kein einziges Wort Japanisch konnten als auch die, die schon Romane und Zeitungen auf Japanisch lesen konnten.

Die Gastfamilie im ersten Semester wurde mir von der Uni zugeteilt, aber auch im zweiten Semester, als ich versuchen wollte, allein eine Wohnung zu mieten, habe ich bei der Suche Unterstützung von der Uni bekommen. Außerdem habe ich das JASSO-Stipendium bekommen, mit dem man, wenn man spart, den Aufenthalt vielleicht komplett finanzieren hätte können. Was ich allerdings etwas schade gefunden hätte. Hab nämlich jede freie Minute dazu genutzt, mir die Sehenswürdigkeiten anzuschauen und bin in den Ferien auch weiter weg gereist – nach Tokyo und sogar Sappro auf der nördlichen Insel Hokkaido.

Das Reisen in Japan ist leider sehr teuer, wenn man nicht als Tourist da ist, sondern ein Langzeitvisum hat. (Für Touristen gibt es besonders günstige Fahrkarten – JR Pass -, die man nicht kaufen darf, wenn man ein Langzeitvisum hat.) Für diejenigen, die hier sparen wollen, empfehle ich den Seishun Juhachi Kippu – ein Ticket für Jugendliche, das man nur zu bestimmten festgelegten Zeiten kaufen und verwenden kann, mit dem man aber Zugang zu allen Regionalbahnen hat. Informiert euch einfach im Internet genauer darüber! 🙂

Beim Essen wiederum kann man sehr gut sparen, besser, als man’s sich beim ach so teuren Land Japan vorstellen kann: Ramen, Udon, Soba sind sehr günstige Nudelgerichte, die man überall findet. Und dann gibt’s noch den Donguri, zum Beispiel von der Kette Sukiya – ein Reisgericht, auf Wunsch mit Fleisch und/oder Gemüse, auch sehr günstig. Sehr wichtig ist es, zumindest Hiragana und Katakana, die zwei Silbenschriftalphabethe, lesen zu können, wenn man nicht so sehr von der Uni unterstützt wird wie wir an der Kansai Gaidai.

Englischkenntnisse sind auch extrem wichtig, denn obwohl die meisten Japaner gar keine Fremdsprachenkenntnisse haben (oft auch in Hotels, Taxis usw.!!!), wenn man doch mal Glück hat und jemanden trifft, der eine Fremdsprache kann, wird es in 90% der Fälle Englisch sein.

Ansonsten möchte ich hinzufügen, dass ich die Lage meiner Uni – in der Kansai-Region – ideal fand: Ich hatte sowohl das traditionelle Kyoto als auch die Großstadt Osaka in der Nähe und konnte so problemlos alle Aspekte Japans erleben und genießen.

Anreisetipps:
Ich wurde zusammen mit den anderen Austauschstudenten von den Unimitarbeitern vom Flughafen abgeholt, wenn man nicht abgeholt wird, sollte man sich genauestens darüber informieren, wo das Hotel/die Gastfamilie/der Wohnort eben ist. Am besten eine Karte ausdrucken, z.B. bei maps.google.com weil auch die Taxifahrer nicht immer genau wissen, wohin sie fahren müssen.

Wo gewohnt: ein Semester Gastfamilie, ein Semester mit Hilfe der Uni Wohnung gemietet
Zeitraum: zwei Semester (9 Monate)

Vorbereitung: Wenn man nie davor in Japan war, braucht man auf jeden Fall Unterstützung von jemandem, der dort wohnt oder sich sehr gut auskennt und mitkommt. Bei mir wurde alles von der Uni sehr gut organisiert.

Sonstige Tipps:
Englischkenntnisse sind ein muss, zumindest Grundkenntnisse Japanisch auch nicht schlecht, über Verhalten in Gastfamilien/Umgang mit Japanern am besten im Voraus informieren, an der Uni versuchen in einem der Kurabus (AGs) mitzumachen, da man so am besten Kontakt zu japanischen Studenten findet.

Mein Fazit:
wenn man weiß, worauf man sich einlässt, also ein bisschen über die Verhaltensregeln in Japan weiß und das ganze gut organisiert ist, kann ich das jedem weiterempfehlen, der mutig genug ist, in eine ganz andere Welt einzutauchen als die, die er kennt, die aber gerade deswegen so wunderbar ist.

Autor: Elisabeth Tivonenko

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