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Reiserücktrittsversicherung Bedingungen

Reiserücktritt – was geht – was geht nicht?


Reiserücktrittsversicherung Bedingungen

Reiserücktritt – was geht – was geht nicht?

Selbstverständlich geht jeder bei einer Reisebuchung davon aus, dass der Reise nichts im Wege steht. Aber nicht alles ist kalkulier- und beeinflussbar. Schwere Krankheit, Unfallverletzung, Tod, Schwangerschaft, Schaden am Eigentum, Arbeitsplatzwechsel, konjunkturbedingte Kurzarbeit oder auch Kündigung, Wiederholung einer Prüfung – so auch Nichtversetzung, Trennung, Impfunverträglichkeit, bis hin zu Bruch von Prothesen/implantierten Gelenken, unerwartete Organspende, wie auch Adoption, die politische Situation im Reiseland und viele weitere versicherbare Risiken können je nach Versicherer und dessen Versicherungsbedingungen geltend gemacht werden.

Reiserücktrittsversicherungen greifen generell nur, wenn die Reise aus einem Notfall heraus nicht angetreten werden kann. Beispielsweise sind Schäden am Eigentum (Brand, Wasser, Fremdeinwirkung) nicht unbedingt als Notfall zu werten, wenn hierdurch jedoch eine finanzielle Belastung für den Reisenden bewiesen werden kann, wird dies so beurteilt. So kann auch eine ungeplante Schwangerschaft eine Kostenübernahme des Versicherers erwirken – zudem müssen bei diesen auftretenden Schwangerschaften gewisse Faktoren gegeben sein, dass ein Versicherungsfall eintritt. Dies wären zum Beispiel Komplikationen, unzumutbare Klima- oder Reiseverhältnisse.

Um den häufig auftretenden Streit mit der Versicherung zu umgehen, sind verständliche, eindeutige und klare Versicherungsbedingungen wichtig. Die häufigsten Streitpunkte treten in den verschiedenen Ansichten zwischen dem Versicherer und Versicherungsnehmer auf, ob das Vorkommnis, das als Reiserücktrittsgrund geltend gemacht wird, vorhersehbar/berechenbar war. Wird eine Reise wegen einer akut auftretenden und auch schweren Erkrankung nicht angetreten, sollte unmittelbar ein ärztliches Attest vorgelegt werden. In Zweifelsfällen und auch kostenintensiven Leistungsfällen kann der Versicherer auch selbst ärztliche Gutachter beauftragen. Tritt keine Einigung ein, bleibt als Lösung nur noch die Entscheidung einer gerichtlichen Instanz.
Selbsterklärend ist, dass ein Rücktrittsgrund, basierend auf einer schweren Unfallverletzung, in den meisten Fällen konfliktfreier gelöst wird.

Die Verfahrens- und oder Entscheidungsweise differenziert sich nicht, ob es sich um den Versicherten oder eine nahestehende Person (Verwandte, Lebenspartner, etc.) handelt. Dieser Personenkreis wird im versicherungsdeutsch „Risikopersonen“ genannt. Je nach Versicherungsgesellschaft wird dieser unterschiedlich definiert. Deshalb ist vor Abschluss darauf zu achten, wenn man auf Versicherungsschutz auch bei nicht „häuslicher Gemeinschaft“  Wert legt. Dies wird je nach Versicherer unterschiedlich abgesichert – renommierte Unternehmen bieten Versicherungsschutz auch für entferntere Verwandte, Pflegebedürftige oder auch betreuende Personen, die an der Reise nicht teilnehmen.

Eventuell auftretende Schadensfälle sollen unmittelbar nach Bekanntwerden – spätesten innerhalb der Meldefrist – dem Versicherer schriftlich mitgeteilt werden.

Als Ausschlüsse, die von der Versicherungsgesellschaft aufgeführt werden, zählen u.a. meist umgangssprachlich Gründe der „höheren Gewalt“ – Krieg, Reisewarnungen und Ähnliches.

Um die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Reisenden abzudecken –  empfiehlt sich vor Abschluss die entsprechenden Bedingungen zu studieren oder auch Vergleichsportale zu besuchen um das jeweilige Anforderungsprofil abzusichern.
Als erstes sollten die Abschlussfristen der Versicherungsgesellschaften beachtet werden. Am Eindeutigsten ist ein Abschluss unmittelbar bei Buchung, bzw. innerhalb drei Tage nach der Reisebuchung; insbesondere bei Last-Minute-Reisen wird ein Abschluss ohne Frist empfohlen. Allerdings kann auch bei den meisten Gesellschaften ein Abschluss bis zu 30 Tage vor dem Reisebeginn erfolgen.

Der Markt der Reiserücktrittsversicherungen bietet fast unendlich viele Varianten. Zur Auswahl stehen kostengünstigere Versionen mit Selbstbehalt oder einen kostspieligeren Vollschutz  – ohne Selbstbeteiligung. Bei den häufigsten seriösen Versicherungsmodellen beträgt die Selbstbeteiligung ca. 20 %. Abhängig von der Höhe des Selbstbehaltes ist auch der Stornierungszeitpunkt – je zeitnaher er am Reisebeginn liegt, desto höher fällt dieser aus.

Hinzu kommt der Gesichtspunkt eine Reiserücktrittsversicherung einschließlich einer Reiseabbruchversicherung zu wählen. Versichert sind dann die jeweiligen Risiken, die nach Reisebeginn auftreten – diese können mindestens genauso vielschichtig sein, wie o.g. aufgeführt.

Angeboten werden Reiserücktrittsversicherungen für Einmalreisen, wie auch Jahresversicherungen, die beliebig viele Reisen pro Versicherungsjahr absichern. Ein Abschluss – bei bereits wenigen Reisen – wirkt sich oft kostengünstiger aus, als einzelne Reiserücktrittsversicherungen. Die Versicherungssumme ist ebenso wie bei Einzelreisen in vorgestecktem Rahmen frei wählbar.

Die vielen Variablen der Versicherungsmöglichkeiten bieten freie Entscheidungsfreiheit zudem als Familienpolicen, Einzelversicherungen oder Gruppenverträgen.
Empfehlenswert sind auf jeden Fall sich automatisch verlängernde Jahrespolicen, die bei jüngerem Eintrittsalter eine langfristig kostengünstige Absicherung gewähren. Viele Versicherer sehen bei fortschreitendem Alter höhere Beiträge vor, teilweise sind Abschlüsse auch altersbeschränkt.

Grundsätzlich steht dem Versicherungsnehmer ein 14-tägiges Widerrufsrecht – ohne Angabe von Gründen – zu. Das Versicherungsschutz endet bei einer reinen Reiserücktrittsversicherung zum Antritt der Reise, bei einer Reiserücktritt- einschließlich Reiseabbruch zum Reiseende, bei Jahrespolicen mit der Kündigung des Versicherungsnehmers innerhalb diverser Fristen vor Ablauf (meist 6 Wochen).

Um sich vor bösen, kostenintensiven Überraschungen, wie auch Befürchtungen, die die Vorfreude trüben, zu schützen, sollte eine Reiserücktrittsversicherung eigentlich Pflicht sein.

Maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen der Versicherer.

Stand 03/2013