Praktikum in Spanien – Alles rund um das Auslandspraktikum in Spanien

Praktikum in Spanien – Alles rund um das Auslandspraktikum in Spanien

Du hast dich für ein Auslandspraktikum in Spanien entschieden? Dann hast du auf jeden Fall die richtige Entscheidung getroffen; Spanien zählt nicht umsonst zu einer der beliebtesten Länder, wenn es um einen Auslandsaufenthalt geht.

Vorab solltest du dich natürlich immer fragen, welche Art von Praktikum du absolvieren möchtest und ob dein Wunschpraktikum auch in Spanien angeboten wird. Informationen hierüber findest du beim Akademischen Auslandsamt deiner Universität, auf Messen zum Thema Auslandspraktikum oder im Internet. Zudem solltest du dich über die nötigen Zulassungsbedingungen und deine Chancen auf einen Praktikumsplatz in Spanien erkunden. Hinzu kommt die Vergütung vom Praktikum: nicht jedes Praktikum wird gut bezahlt, deshalb solltest du dich im Voraus über finanzielle Hilfe wie Auslands- BaFöG oder Auslandsstipendien informieren.

Wie du bereits siehst, muss ein Auslandspraktikum gut organisiert sein. Im Folgenden haben wir einige Tipps und Tricks für dich aufgelistet, die dir bei der Planung deines Auslandspraktikums eine große Hilfe sein können.

Bonita Espana – Schönes Spanien

Spanien ist nicht nur unter Touristen weltweit ein beliebtes Reiseziel – Sonne, Strand und Meer locken jährlich tausende Besucher an. Das warme, angenehme Klima, pulsierende Metropolen wie Madrid, Barcelona und Valencia, der gelassene und offene Charakter der Einwohner, weiße Sandstrände und wilde Natur – das alles hört sich stark nach Urlaub an. Und tatsächlich ist Spanien eines der beliebtesten Reiseziele in Europa.

Doch nicht nur für Massentourismus und einen entspannten Urlaubsaufenthalt ist Spanien ein perfektes Reiseziel: Das Land zählt zu den Ländern mit den meisten UNESCO- Weltkulturerbe- Deklarationen. Außerdem befindet sich hier der so bekannte Jakobsweg.

Die Spanier leben zudem ihre ganz eigene Kultur aus und sind bekannt für ihre unzähligen Feste, die gerne gebührend gefeiert werden: in Valencia wird zum Beispiel die Tomatenschlacht „La Tomatina“ gefeiert, bei der „Fiesta de San Fermin“ werden Stiere durch die Straßen gejagt und zum Frühlingsbeginn steht das Fest „Fallas de San José“ vor der Tür.

Auf dem Arbeitsmarkt hat Spanien zahlreiche spannende Arbeits- und Praktikumsplätze zu bieten: In Spanien sind viele internationale Firmen ansässig, unter anderem die Santander Bank und Seat. Außerdem findest du hier einige bedeutende spanische Unternehmen wie Telefonica  und Repsol YPF. 

Als Praktikant wird dir die einmalige Möglichkeit geboten, Arbeitserfahrung für das spätere Berufsleben zu sammeln und somit deinen Lebenslauf aufzubessern, sodass du dich später auf dem Arbeitsmarkt gegen die große Konkurrenz durchsetzen kannst. Und wenn du diesen Vorteil auch noch mit einem Aufenthalt in einem so tollen Land wie Spanien verbindest, hast du die Chance, eine interessante Kultur und eine neue Sprache umgeben in einer atemberaubenden Kulisse kennenzulernen.

Bewerbungsverfahren und Einschreiben

Vor allem Barcelona, Madrid und Valencia bieten sich als optimale Aufenthaltsorte für ein Praktikum an, da hier viele internationale Unternehmen ansässig sind. Je nachdem, für welchen Praktikumsplatz du dich bewirbst, variiert das Bewerbungsverfahren, um welches du dich frühzeitig kümmern solltest. Die Vermittlung eines Praktikums kann mitunter sehr zeit- und nervenintensiv werden, deshalb solltest du deinen Praktikumsplatz so früh wie möglich angehen und zudem viel Gelassenheit mitbringen. Oftmals musst du lange warten, bis du eine Antwort auf deine Praktikumsbewerbung erhältst. Aber selbst wenn du nicht direkt eine Zusage für dein ersehntes Praktikum bekommst, solltest du nicht so schnell aufgeben.

Du kannst nämlich nicht nur eigenständig auf Portalseiten, Jobbörsen und sozialen Netzwerken nach deinem Wunschpraktikum suchen, sondern auf die Unterstützung und Hilfe von spezialisierten Agenturen zurückgreifen und von deren langjähriger Erfahrung profitieren. Diese vermitteln dir dann Kontakte zu großen spanischen Unternehmen oder Partnerfirmen vor Ort in Spanien. Generell solltest du deine potenziellen spanischen Arbeitgeber aber immer direkt kontaktieren, denn Eigeninitiative kommt durchgehend gut an und wird oftmals belohnt.

Weitere Anlaufstellen sind das Akademische Auslandsamt oder das Praktikantenamt deiner Universität sowie Kommilitonen, Dozenten oder Arbeitskollegen: diese haben vielleicht Erfahrung im Bereich Auslandspraktikum oder pflegen eine nützliche Verbindung zu einem Unternehmen in Spanien, über welche du an einen Praktikumsplatz gelangen könntest. 

Du wirst in so gut wie jeder Branche einen Praktikumsplatz finden, allerdings gelten für viele Praktikumsplätze andere Bestimmungen und Verfahren. Erkundige dich frühzeitig nach den erforderlichen Bewerbungsunterlagen und den Konventionen für deine Praktikumsbranche.

Meistens besteht eine spanische Bewerbung aus einem Anschreiben (Carta de Candidatura) und einem ausführlichen Lebenslauf (Curriculum oder Hoja de Vida).

Auch persönliche Referenzschreiben deines Professors, Sprachzertifikate und bereits gewonnene Studienleistungen in Form von Zeugnissen können beigefügt werden. Achte darauf, dass alle Dokumente auf Spanisch verfasst bzw. übersetzt wurden. 

Visumsbeantragung, Krankenversicherung, Beantragung eines Urlaubssemesters

Für jedes Land gelten bestimmte Einreisebestimmungen, für einige Länder benötigst du ein Visum, für andere lediglich einen gültigen Reisepass, eine Aufenthaltsgenehmigung oder andere wichtige Papiere. Für die Einreise nach Spanien benötigst du allerdings kein Visum, da du dich innerhalb der Europäischen Union bewegst. Für die Einreise musst du lediglich einen gültigen Reisepass oder Personalausweis bei dir haben. Damit kannst du dich für bis zu 90 Tage problemlos in Spanien aufhalten.

Wenn du einen längeren Aufenthalt im schönen Land Spanien planst, musst du dich beim Einwohnermeldeamt für einen spanischen Wohnsitz anmelden und daraufhin bei einem Ausländerbüro eine Número de Identitad de Extranjero / N.I.E.  beantragen. Für diese Anmeldungen benötigst du unbedingt einen deutschen Reisepass und einen Nachweis über einen Wohnsitz, zum Beispiel in Form eines Mietvertrages.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei den Vorbereitungen auf einen Auslandsaufenthalt ist eine ausreichende Krankenversicherung. Aufgrund des Sozialversicherungsabkommens in der EU hast du Anspruch auf die Leistungen der Gebietskrankenkasse in Spanien, sofern du in Deutschland gesetzlich krankenversichert bist. Hierfür benötigst du eine European Health Insurance Card – eine europäische Krankenversicherungskarte.

Da deine deutsche Versicherung aber nicht für alle Fälle im Ausland aufkommt, empfiehlt es sich oft, eine zusätzliche Krankenversicherung beantragen. Falls es während deines Praktikums zu einem Notfall kommt, wirst du ohne Versicherung tief in die eigene Tasche greifen müssen und zum Beispiel für den Krankenwagentransport, Behandlungen und Medikamenten zahlen müssen. Kümmere dich vorab darum, ob du eine ausreichende Krankenversicherung hast oder lieber eine zusätzliche Versicherung abschließen solltest.

Als Praktikant kannst du zum Beispiel bei der Versicherungsfirma Mawista eine optimale Auslandskrankenversicherung abschließen, die alle notwendigen Leistungen beinhaltet und eigens auf die Situation von Auslandspraktikanten zugeschnitten ist.

Zudem würde sich für dich neben einer zusätzlichen Auslandskrankenversicherung möglicherweise auch eine Reiserücktrittsversicherung lohnen: Für den Fall, dass du deine lange Reise aus einem bestimmten Grund nicht mehr antreten kannst, wird deine Versicherung die Stornierungsgebühren an dein Reiseunternehmen zahlen. Somit bleibst du nicht auf immens hohen Kosten sitzen. Zu den Reiserücktrittsgründen zählen unter anderem eine unerwartete schwere Erkrankung, Tod eines Angehörigen oder Impfunverträglichkeiten.

Außerdem könntest du darüber nachdenken, eine Haftpflichtversicherung und eine Unfallversicherung für die Zeit deines Aufenthalts in Spanien zu beantragen.

Falls du bereits an einer Universität eingeschrieben bist, solltest du auf keinen Fall vergessen, dein Urlaubssemester rechtzeitig zu beantragen. Wenn du die Fristen zur Beantragung nicht einhältst, könnte dein Antrag auf ein Urlaubssemester abgelehnt werden. 

Finanzielle Situation

Natürlich ist ein Auslandspraktikum, wie auch ein Auslandssemester keine günstige Angelegenheit: Du benötigst Geld für dein Flug- oder Bahnticket, deine Unterkunft, den Lebensunterhalt und Versicherungen. Auch wenn du während deines Praktikums Geld verdienst, solltest du dir vorab ausreichend Gedanken darüber machen, wie viel Geld dir zur Verfügung steht. Damit du einen Überblick über die anfallenden Kosten behältst, haben wir die wichtigsten Ausgaben hier für dich zusammengestellt.

Reisekosten

Oftmals erweist es sich als günstiger, mit der Bahn zu fahren anstatt zu fliegen, und gerade nach Spanien wirst du sicherlich einige günstige Angebote finden. Allerdings gibt es auch viele Billigfluglinien, die günstige Angebote von Deutschland nach Spanien anbieten. Außerdem bist du mit dem Flugzeug sehr viel schneller am Ziel. Am besten buchst du dein Reiseticket so früh wie möglich, denn je früher du buchst, desto günstiger ist das Ticket meistens. Auch ein Flugticket mit gekoppeltem Rückflug könnte sich für dich anbieten, wenn du bereits weißt, wann es wieder gen Heimat gehen soll. Dadurch sinkt nämlich der Flugpreis nochmals um einiges.

Wenn du vor Ort das Land erkunden möchtest, kannst du dies am besten mit Bus und Bahn. Das Netzwerk ist relativ gut ausgebaut und generell lässt sich jede Stadt Spaniens gut hiermit erreichen.

Lebenshaltungskosten

Generell sind die Lebenshaltungskosten in Spanien mit denen in Deutschland zu vergleichen, in den meisten Bereichen kann man sogar mit etwas niedrigeren Lebensunterhaltskosten ausgehen. Hierbei gilt natürlich, dass das Leben in Metropolen wie Barcelona und Madrid teurer ist. Hier sind die Preise für den Lebensunterhalt wie Essen und Miete teilweise stark angestiegen. Auch für die Stromkosten solltest du einiges an Geld einplanen.

Was Verpflegung angeht, lohnt es sich oft, die Lebensmittel auf Märkten (mercado) anzuschaffen, anstatt in großen Supermärkten einzukaufen.

Finanzielle Unterstützung

Wenn du schon vor Antritt deines Auslandspraktikums weißt, dass du finanzielle Unterstützung benötigst, kannst du auf einige Mittel zurückgreifen:

  • Auslandsstipendium: Umfangreiche Stipendien werden einerseits vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) angeboten; hierfür solltest du dich allerdings frühzeitig bewerben, da es oft noch sehr viele andere Bewerber gibt. Zum anderen kannst du von Deutschlandstipendien und von Stipendien über politische und kirchliche Organisationen Gebrauch machen.
  • Auslands-BaFöG: Hierbei gibt es andere Grenzen, deshalb kannst du vom Bafög im Ausland Gebrauch machen, auch wenn du in Deutschland keinen Anspruch darauf hast.
  • Bildungskredite deutscher Banken: Sowohl Banken in Deutschland als auch in Spanien stellen dir möglicherweise einen Studienkredit für die Finanzierung deines Auslandspraktikums aus. Zudem kannst auf Bildungsfonds der Bundesländer zurückgreifen.

Tipp: Bewerbe dich nicht nur auf ein Stipendium! Du bist berechtigt, dich auf mehrere Stipendien gleichzeitig zu bewerben und im Endeffekt nur eins in Anspruch zunehmen. Hierdurch erhöht sich deine Chance auf ein Stipendium erheblich. Informiere dich zudem frühzeitig darüber, welche Formulare und Dokumente für deine Bewerbung erforderlich sind.

Wohnungssuche

Am besten kümmerst du dich so früh wie möglich um eine Unterkunft in Spanien. Wenn du Anspruch auf einen Wohnheimplatz hast, solltest du diese Chance auf jeden Fall nutzen, denn mit einer Unterkunft in einem Wohnheim der Universitäten kommst du wahrscheinlich am günstigsten weg. Hierfür musst du lediglich ein Antragsformular ausfüllen und es bei der jeweiligen Hochschule einreichen. Eine Unterkunft in einem Wohnheim ist allerdings keineswegs mit deutschen Wohnheimen zu vergleichen: Studierende oder Praktikanten wohnen in Ein- bis Viertbettzimmern und zahlen hierfür 250 Euro monatlich. Wenn du Verpflegung dazu buchen möchtest, wirst du 500 Euro monatlich zahlen.

Eine Alternative zum Wohnheim ist ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft; hierbei musst du mit 450 bis 550 Euro monatlich rechnen. Wie auch in anderen Ländern sind die Mieten in den Großstädten generell höher. Während es dir in Barcelona schwer fallen könnte, schnell eine Wohnung zu finden, stehen in Alicante beispielsweise viele Wohnungen leer.

Vielleicht kann dir dein neuer Praktikumsgeber Auskunft über den Wohnungsmarkt in Spanien zukommen lassen; ansonsten gibt es vielzählige Suchmaschinen, wie zum Beispiel Fotocasa, Tucasa oder Mastermas, die dir bei der Wohnungssuche behilflich sein könnten.

Bevor du einen Mietvertrag unterschreibst, sollten auf jeden Fall alle Fragen bezüglich Kündigungsfrist und Nebenkosten sowie alle weiteren wichtigen Formalitäten geklärt sein.

Wenn du deine Wohnungssuche nicht über Internetbörsen sondern lieber direkt vor Ort durchführen möchtest, hast du die Möglichkeit, an Schwarzen Brettern an den Universitäten Ausschau zu halten. Zudem kannst du vom Vorteil profitieren, dass du die Örtlichkeiten kennenlernst und du dir eine Wohnung in einer für dich optimalen Lage suchen kannst. 

Koffer packen

Dein Auslandspraktikum steht unmittelbar bevor? Dann ist es jetzt endlich an der Zeit, die Koffer zu packen. Da in Spanien ein vorwiegend mildes Klima herrscht und es selbst in den Wintermonaten nicht allzu kalt wird, solltest du eher leichte Klamotten in deinem Reisekoffer mitnehmen. Neben deiner Kleidung dürfen natürlich auch ein Laptop, eine Kamera und andere elektronische Geräte nicht fehlen, damit du auch in Kontakt mit Freunden und Familie von Zuhause bleiben kannst. 

Im Handgepäck solltest du alle wichtigen Reisedokumente wie Reisepass und Kreditkarte sowie Bewerbungsunterlagen, ein Praktikumsschreiben, ein Mietvertrag etc. verstauen. Zudem kann es nie schaden, etwas zusätzliches Bargeld bei sich zu haben.

Vergiss nicht, dass dein Studierendenausweis (falls du einen besitzt) im Ausland oft nicht gültig ist und beantrage am besten für deinen Praktikumsaufenthalt einen internationalen Studierendenausweis. 

Tipps und nützliche Informationen

Wenn du die Zeit hast, reise schon einige Tage vor Arbeitsbeginn nach Spanien. Somit wirst du nicht direkt in den stressigen Arbeitsalltag hineingeworfen. Stattdessen hast du die Möglichkeit, deine neue Heimat zu erkunden, dich zurecht zu finden, und vielleicht schon mal ein paar nette Menschen kennenzulernen.

Wenn du überlegst, in Spanien ein Bankkonto zu eröffnen, solltest du dies nur tun, wenn du auch Gehaltsüberweisungen bekommst. Falls dies nicht der Fall ist, ist es weitaus einfacher, ein Konto bei einer deutschen Bank zu errichten, die über eine Partnerschaft mit einer Bank in Spanien verfügt. Damit kannst du dann auch vor Ort kostenlos Geld abheben.

Außerdem könnte es sich als Vorteil erweisen, wenn du deine Sprachkenntnisse vorab nochmal auffrischst: oft sind spanische Grundkenntnisse Voraussetzung für eine Praktikumsbewerbung. Deshalb empfiehlt es sich, einen Spanischkurs an der Universität oder an einer Volkshochschule zu belegen, bevor das Abenteuer in Spanien beginnt. Zwar musst du hierfür ein wenig zusätzliche Zeit einplanen, allerdings werden Sprachkenntnisse in deinem Lebenslauf immer gut ankommen. Wenn du deine zuvor bereits erworbenen Spanischkenntnisse nur etwas auffrischen willst, kannst du dies auch perfekt neben der Arbeit direkt in Spanien vor Ort tun; es gibt vielzählige Angebote für sowohl Anfänger, Wiedereinsteiger oder Fortgeschrittene.

Und noch ein weiterer hilfreicher Tipp: Achte während deines Praktikums immer auf angemessene Kleidung: In spanischen Firmen wird sehr viel Wert auf Etikette und einen entsprechenden Dress-Code gelegt.

Wenn du weitere Informationen zum Thema Auslandpraktikum suchst, findest du diese in unserer Checkliste zum Auslandspraktikum.

Buen viaje und Gute Reise!

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