Checkliste zum Auslandsstudium

Checkliste zum Auslandsstudium

Ein Auslandsstudium ist nicht nur eine wundervolle Erfahrung und großartige Chance, sondern auch eine der größten Herausforderungen, denen man bis zu diesem Zeitpunkt in seinem Leben gegenüberstehen wird.

Die Planung und Organisation eines Auslandsstudiums ist äußerst zeit- und arbeitsintensiv. Je nachdem, ob man ein Auslandssemester oder ein komplettes Auslandsstudium macht, ob man im Rahmen eines Austauschprogramms geht oder alles auf eigene Faust organisiert, kann dieser Aufwand variieren. Bevor ihr euch jedoch ins Abenteuer Auslandsstudium stürzt, solltet ihr euch darüber im Klaren sein, dass hier einiges auf euch zukommen wird.

So abschreckend das nun vielleicht klingen mag, mit der richtigen Planung und Organisation ist es jedoch auch nicht mehr als eine Herausforderung, die man mit etwas Engagement meistern kann. Und wenn man alles erledigt hat und wirklich im Ausland ist, werden all die wundervollen Erfahrungen und Momente den ganzen Stress und Aufwand in den Hintergrund drängen und man weiß genau, dass sich all das gelohnt hat.

Die größte Hilfe und das Geheimnis des Erfolgs bei der Organisation des Auslandsaufenthaltes ist ganz klar eine gute Struktur und ein genauer Plan, wann was zu tun ist. Viele Studenten sind nicht nur mit den vielen Dingen, die erledigt werden müssen überfordert, sondern vor allem auch mit den unzähligen Informationen, die man strukturieren muss. Im Internet gibt es tausende von Seiten, die einem helfen sollen, sein Auslandsstudium zu organisieren. Doch welche davon ist wirklich hilfreich? Welche hat Recht und welche vergisst vielleicht wichtige Sachen? Allein, all diese Informationen zu verarbeiten und zu sortieren braucht jede Menge Zeit.

Um euch diesen Schritt einfacher zu machen, haben wir diese Checkliste zusammengestellt. Sie basiert auf zahlreichen Informationen, die man im Internet finden kann aber gleichzeitig bezieht sie auch die vielen Erfahrungen von unterschiedlichen Studenten ein, die selbst im Ausland waren. Geschrieben von jemanden, der selbst gerade im Ausland studiert und all diese Hindernisse schon gemeistert hat, der weiß, wie hilflos und orientierungslos man sich am Anfang vorkommt und wie stolz man am Ende auf sich sein kann, wenn alles geklappt hat und man seinen Traum wirklich lebt. Ich habe bei meinen Gesprächen mit anderen internationalen Studenten die unterschiedlichsten Geschichten und Probleme mitbekommen und möchte euch neben den allgemeinen Informationen auch ganz persönliche Tipps geben, damit ihr Fehler gar nicht erst macht und eure Planung erfolgreich meistern könnt.

Zu Beginn möchte ich noch darauf hinweisen, dass diese Checkliste eine allgemeine ist. Je nachdem, in welches Land, an welche Uni und in welchem Rahmen ihr ins Ausland geht, kann die Planung sehr unterschiedlich aussehen und es können unterschiedliche Probleme auftauchen. Aber wenn ihr euch an diese grundlegenden Informationen haltet und euch im Voraus gut informiert, sowie rechtzeitig anfangt, dann kann eigentlich nichts mehr schieflaufen.

Timing

Zu einer guten Organisation gehört vor allem eines und das ist ein genauer Zeitplan, der einem vorgibt, wann was zu tun ist und der detaillierte Deadlines enthält, bis zu welchen bestimmte Aufgaben erledigt sein müssen. Wenn ihr einen solchen Plan habt, dann seid ihr auf jeden Fall schon einmal sehr gut vorbereitet, es spielt dabei keine Rolle, ob ihr alles im Kopf behalten könnt, oder ob ihr euch einen Kalender mit farbigen Markierungen ins Zimmer hängt.

Zuerst einmal sollte euch klar sein, dass die Planung eines Auslandsstudiums oder Auslandssemesters schon sehr früh beginnen muss. Mindestens ein, besser eineinhalb Jahre vor gewünschten Studienbeginn im Ausland. Wer im Rahmen eines Bachelor- oder Masterstudiums ins Ausland möchte, sollte schon gleich zu Beginn seines Studiums anfangen, Informationen zu sammeln.

Hier haben wir eine Übersicht erstellt, die dir Richtlinien gibt, wann was zu beachten ist.

  • 1 ½ Jahre vorher: Entscheidung für ein Auslandssemester, erste Informationssuche
  • 1 ¼ Jahre vorher: Auswahl des Landes / Austauschprogramms
  • 1 Jahr vorher: Auswahl der Uni und Bewerbung (je nach Programm und Bewerbungsfristen)
  • Noch 12 Monate: Finanzierung klären / Bewerbung für Stipendien
  • Noch 11 Monate: Sprache lernen oder auffrischen
  • Noch 6-8 Monate: Visum beantragen / Urlaubssemester einreichen / Gesundheitliche Maßnahmen
  • Noch 6 Monate: Wohnungssuche / Flug buchen
  • Noch 2 Monate: Die Vorfreude genießen
  • Weniger als 1 Monat: Packen / Abschied

Entscheidung für ein Auslandssemester, erste Informationssuche

Gegen Ende der Schulzeit oder zu Beginn des Studiums fängt es bei vielen an, dass sie sich Gedanken darüber machen, wie es wäre, im Ausland zu studieren. Zunächst einmal hat man ganz grobe Vorstellungen, vielleicht einen Traum, den man seit Jahren im Hinterkopf behält. Und nun scheint dieser Traum in greifbare Nähe zu rücken.

Doch wie läuft das eigentlich ab? Kann ich einfach so im Ausland studieren? Auf welche Dinge muss ich achten? An wen kann ich mich mit Fragen wenden?

Oft trifft man die endgültige Entscheidung für ein Auslandssemester recht spontan. Man lernt jemanden kennen, der gerade aus dem Ausland zurückkommt und mit leuchtenden Augen von seinen Erfahrungen berichtet oder man bekommt an der Uni einen Flyer für Infoveranstaltungen zum Thema Auslandsstudium in die Hand gedrückt.

Und nun beginnt man damit, erste Informationen zu suchen. Ein bisschen im Internet nachlesen, Infoveranstaltungen besuchen, etc. Schnell wird man feststellen, dass man von Informationen geradezu überschwemmt wird. Doch davon darf man sich nicht entmutigen lassen. Konzentriere dich auf die schönen Erfahrungsberichte und lass deinen Traum wachsen, damit du die notwendige Motivation hast, dich durch die kommenden Vorbereitungen zu arbeiten.

Die folgenden Anlaufstellen sind gut für eine erste Informationssuche.

  • Eine Internetsuche nach „Auslandsstudium“, „Studieren im Ausland“, „Auslandssemester während des Studiums“ und so weiter kann ein erster Schritt sein, um sich mit dem Thema vertraut zu machen. Überfliege ein paar Hilfeseiten, lies Erfahrungsberichte. So bekommst du einen ersten Eindruck, was auf die zukommt und ein paar Informationen, die hängen bleiben können für später wichtig sein.
  • Informationsveranstaltungen an deiner Universität: Wer schon an einer deutschen Universität ein Studium angefangen hat, kann sich beim dortigen Akademischen Auslandsamt nach Informationsveranstaltungen erkundigen. Meist gibt es ein- oder zweimal pro Semester eine Veranstaltung, bei der ganz grundlegende Informationen gegeben werden. Manchmal gibt es auch Veranstaltungen externer Anbieter von Austauschprogrammen.
  • Messen: Da das Thema Studieren im Ausland immer wichtiger und populärer wird, gibt es manchmal Messen und Veranstaltungen speziell zu diesem Thema. Auch auf allgemeinen Studienmessen kann man in der Regel Informationen zu Auslandsaufenthalten finden.
  • Kommilitonen, Freunde und Bekannte: Ihr kennt jemanden, der schon im Ausland war oder könnt über Freunde einen Kontakt herstellen? Perfekt, ein persönlicher Erfahrungsbericht ist oft am eindrucksvollsten und kann viele Informationen enthalten.

Auswahl des Landes / Austauschprogramms

Die Entscheidung für ein bestimmtes Land oder Programm kann bei jedem anders ablaufen. Manche träumen schon seit Jahren von ihrem Auslandssemester in den USA, für andere sind die Zuschüsse, welche man über das Programm kommt interessant und wieder andere verlieben sich bei der Recherche über die unterschiedlichen Möglichkeiten in ein Land, welches sie zuvor überhaupt nicht in der engeren Auswahl hatten.

Ein paar Dinge gibt es, die man bei der Entscheidungsfindung beachten sollte und die man daher im Hinterkopf behalten sollte.

  • Welche Partnerhochschulen und Programme gibt es an deiner Hochschule? Es ist in der Regel deutlich einfacher, weniger stressig und günstiger, mit einem Austauschprogramm der eigenen Uni ins Ausland zu gehen. Finde also heraus, welche Länder dir so zur Verfügung stehen und ob ein passendes für dich dabei ist.
  • Welche finanziellen Möglichkeiten hast du? Einige Länder sind teurere als andere, manche haben gar keine Studiengebühren, während diese in anderen Ländern unbeschreiblich hoch sind. Informiere dich auch über solche Dinge. Deine Wünsche sollten realistisch sein, sonst wirst du am Ende vielleicht enttäuscht.
  • Sprichst du die Sprache des Landes? Zwar heißt es immer, man lerne eine Sprache nie so schnell, als in dem Land, in dem sie gesprochen wird. Doch um erfolgreich studieren zu können und um schnell Anschluss zu finden, solltest du mindestens einige Grundkenntnisse in der Sprache des Landes mitbringen, in welchem du studieren möchtest. (Falls du dir dennoch ein Land aussuchst, dessen Sprache du nicht kennst, informiere dich über Möglichkeiten, schon im Voraus Sprachkurse zu belegen.)
  • Ziele und Wünsche: Um ein passendes Land zu finden, solltest du dir darüber im Klaren sein, was du eigentlich von einem Auslandssemester oder Auslandsstudiums erwartest. Möchtest du eine fremde Kultur kennen lernen oder eine Eliteuniversität besuchen? Wie lange möchtest du ins Ausland?
  • Welche Zulassungsbedingungen gibt es? Manche Programme und Partnerhochschulen können schon von vorne herein ausgeschlossen werden, weil sie etwa nur Studenten bestimmter Fachrichtungen aufnehmen oder weil du andere Voraussetzungen nicht erfüllst. Auch darüber solltest du dich informieren, um nicht enttäuscht zu werden.
  • Fühlst du dich der Herausforderung ‚Freemover‘ gewachsen? Wer über Austauschprogramme kein passendes Land findet oder für das gesamte Studium ins Ausland möchte, hat die Möglichkeit, den Aufenthalt auf eigene Faust zu organisieren. Informiere dich, was dadurch alles auf dich zukommt und sei dir des extra Arbeitsaufwandes bewusst.

Auswahl der Uni und Bewerbung (je nach Programm und Bewerbungsfristen)

Wenn ihr euch für ein Land entschieden habt, besteht der nächste Schritt in der Wahl der passenden Universität. Bei den meisten Austauschprogrammen kann man höchstens drei Prioritäten angeben und auch wer sein Auslandsstudium auf eigene Faust organisiert, sollte sich auf drei bis vier Universitäten beschränken. Der Aufwand der Bewerbung wird ansonsten zu hoch und darunter leidet oft die Qualität der einzelnen Bewerbungen, was wiederum die Chancen auf eine Zusage mindern kann.

Wie ihr die passende Universität findet, hängt ganz allein von euch und euren Vorstellungen ab. Die folgenden Punkte könnt ihr abhaken, um die Auswahl etwas einzugrenzen.

  • Welche Fachrichtung / welchen Studiengang möchtet ihr belegen oder habt ihr schon angefangen? Nicht jede Universität bietet alle Studiengänge an und an manchen Universitäten sind gewisse Studiengänge besonders für ihre Qualität bekannt.
  • Gibt es eine bestimmte Region im Land, die euch besonders interessiert oder gefällt? Das schränkt die Zahl der Universitäten meist ebenfalls deutlich ein.
  • Möchtet ihr eher in eine Großstadt ziehen oder in eine kleine Stadt, mit Natur und weniger Hektik?
  • Wie wichtig ist euch die Campusgemeinschaft? Wollt ihr das Studentenleben in allen Zügen genießen, dann ist oft eine Campusuniversität die bessere Wahl, da sich hier dein komplettes Leben auf und um den Campus abspielen kann. Wer eher an der reinen akademischen Erfahrung interessiert ist und seine Freizeit nicht auch noch an der Uni verbringen möchte, kann auch eine Uni wählen, welche in der Stadt verteilt ist.
  • Wie viele Austauschstudenten / internationale Studenten sind pro Jahr an der Universität? Das kann aus verschiedenen Gründen interessant sein. Zum einen zeugt eine hohe Zahl an internationalen Studenten davon, dass die Uni Erfahrungen im Umgang mit diesen hat, ihr könnt euch dann auf eine gute Betreuung und konkrete Ansprechpartner einstellen. Andererseits haben viele auch den Wunsch, vor Ort ein ganz normaler Student zu sein, um so viele Einheimische wie möglich kennen zu lernen. Bei einer großen internationalen Gemeinschaft ist es oft der Fall, dass sich Gruppen aus internationalen Studenten bilden, da man sich in derselben Situation befindet.
  • Spielt es eine Rolle wie renommiert und angesehen die Universität ist? Wenn ja, wo steht sie in weltweiten Ranglisten und für was ist sie bekannt?
  • Welche Zulassungsbeschränkungen haben einzelne Universitäten? Kannst du diese erfüllen?
  • Welche finanziellen Unterstützungen bieten die einzelnen Universitäten?
  • Wie sieht es mit der Anrechenbarkeit von Kursen aus? Was für ein Notensystem hat die andere Universität und werden dieselben Kurse angeboten wie zuhause?

Für die Wahl spielen auch viele weitere Faktoren eine Rolle, die ganz alleine davon abhängen was du selbst für Ansprüche und Erwartungen an deinen Auslandsaufenthalt hast. Deine drei Prioritäten sollten all deine Ansprüche erfüllen und dich wirklich begeistern. Achte auch darauf, dass du bei der Wahl wirklich nach deinen eigenen Interessen gehst. Auch wenn andere Universitäten bei anderen beliebter sind, heißt das nicht, dass das für dich auch gilt. Dieser Auslandsaufenthalt ist deine Erfahrung und sollte daher auch auf dich abgestimmt sein.

Die Bewerbung sieht für jede Universität und jedes Austauschprogramm anders aus. Wichtig ist, dass ihr euch die Bewerbungsdeadlines groß markiert und die Bewerbung am besten schon deutlich vor dieser Deadline abschickt, um gegebenenfalls noch Unterlagen nachreichen zu können. Die folgenden Unterlagen sind in der Regel für Bewerbungen wichtig. Informiert euch aber trotzdem ganz genau, welche Universität und welches Programm was für Unterlagen vorschreibt.

  • Bewerbungsformular: Dieses Formular wird in der Regel von der Universität oder dem Programm vorgegeben und muss vollständig und wahrheitsgemäß ausgefüllt werden. Oft ist es in der Landessprache oder in Englisch auszufüllen.
  • Motivationsschreiben: Die meisten Universitäten und Programme verlangen ein Motivationsschreiben, in welchem du die Möglichkeit hast zu erklären, warum du ins Ausland möchtest und warum genau diese Universität / dieses Land am besten für dich wäre.
  • Empfehlungsschreiben: Wer schon studiert lässt in der Regel einen Professor dieses Empfehlungsschreiben erstellen, wer direkt nach der Schule ein Auslandsstudium beginnt, kann auch einen Lehrer bitten. In diesem Schreiben geht es darum, die eigenen schulischen / universitären Leistungen herauszustellen.
  • Notenspiegel / Abschlusszeugnis: Eine aktuelle Übersicht über eure Noten oder das Abiturzeugnis als Nachweis für bisherige Leistungen und Eignung für ein Studium. In der Regel müssen die Noten offiziell übersetzt werden oder eine englische Legende angehängt sein.
  • gegebenenfalls Sprachnachweise: Im Englisch ist das in der Regel der TOEFL oder IELTS Test, für andere Sprachen gibt es viele unterschiedliche Tests. Wer während der Schulzeit Sprachkurse belegt hat, kann diese eventuell auch anrechnen lassen.

Je nach Universität können noch weitere Dokumente und Unterlagen verlangt werden. Vergewissere dich, dass deine Bewerbung vollständig ist, bevor du sie abschickst.

Finanzierung klären / Bewerbung für Stipendien

Wer von vorne herein weiß, dass er finanzielle Unterstützung benötigen wird, sollte sich schon ein Jahr im Voraus um ein Stipendium bemühen oder zumindest schon einmal Informationen darüber sammeln, welche Stipendien in Frage kommen.

Aufgrund der hohen Bewerberzahlen setzen viele Stipendiengeber ihre Bewerbungsfristen immer früher. Für ein Vollstipendium des DAAD muss man sich etwa schon ein Jahr im Voraus beworben haben, um überhaupt berücksichtigt zu werden. Diese frühen Fristen können bedeuten, dass man noch keinen sicheren Platz an der ausländischen Universität hat. Selbst wenn das der Fall ist, sollte man sich dennoch bewerben. Absagen kann man später immer noch.

Stipendien kann man von ganz unterschiedlichen Stellen beziehen.

  • Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist einer der größten Stipendiengeber für Austauschstudenten.
  • Wer sein komplettes Studium im Ausland verbringt ist oft auch berechtigt, finanzielle Hilfen von dieser Universität oder dem Gastland zu beziehen.
  • Die Bundeländer haben zum Teil ebenfalls Bildungsfonds, aus denen sie Geld für Auslandsstudienjahre bereitstellen
  • Private Stiftungen, religiöse Stiftungen oder politische Verbände können ebenfalls Geldgeber sein, wenn man Mitglied oder engagiert in diesen Bereichen ist.

Da die Konkurrenz sehr hoch ist, sollte man die Bewerbung für ein Stipendium besonders sorgfältig erstellen. Das Motivationsschreiben sollte auf den Geldgeber und die eigene Situation zugeschnitten sein. Neben außerordentlichen Studienleistungen zählen für viele Stipendiengeber auch außeruniversitäres Engagement und soziale Tätigkeiten als Bonuspunkte.

Neben Stipendien kann man auch durch diese Quellen seinen Auslandsaufenthalt finanzieren.

  • Bildungskredite von deutschen Banken oder Banken des Gastlandes
  • Auslands- BAFöG
  • Arbeiten während dem Studium (AUFPASSEN: Nicht mit jedem Visum hat man die Erlaubnis, im fremden Land zu arbeiten)

Überlege dir auch praktische Fragen, wie etwa, wo du im Ausland dein Bargeld bekommst. Möchtest du einen Bankkonto eröffnen oder kannst du ohne Gebühren mit deiner Kreditkarte Geld abheben? 

Sprache lernen oder auffrischen

Wenn man es nicht schon für diverse Sprachtests und –nachweise machen musste, ist es jetzt an der Zeit, sich der Sprache des Gastlandes zu widmen. Die Wartezeit bis es endlich losgeht kann man so gut und sinnvoll überbrücken.

  • Wer eine Sprache ganz neu lernen muss, sollte sich am besten professionellen Unterricht suchen, um auch individuell unterstützt und gefördert zu werden. Sprachkurse werden an Schulen, Universitäten, Volkshochschulen oder anderen Instituten angeboten. Eine neue Sprache zu lernen kann anstrengend und nervenaufreibend sein, doch zur selben Zeit ist es auch unglaublich spannend und aufregend. Man muss sich nur vorstellen, dass man das Gelernte schon bald konkret anwenden kann und so die Möglichkeit hat, sich im Ausland zu verständigen.
  • Wer eine Sprache gelernt hat und nun seit ein paar Jahren keinen Unterricht mehr hatte, fühlt sich oft unsicher und etwas eingerostet. Man ist langsam und muss überlegen, wie man Sätze formuliert. Vor dem Auslandssemester ist es daher an der Zeit, wieder reinzukommen und das Wissen aufzufrischen und zu verbessern. Dabei helfen können zum einen Sprachkurse für Fortgeschrittene oder spezielle Kurse für Wiedereinsteiger. Eine weitere tolle Art, sich mit einer Sprache vertraut zu machen ist Bücher in dieser Sprache zu lesen oder Filme und Serien zu schauen. So kann man Spaß und Freizeit mit einem Lerneffekt verbinden.
  • Selbst wenn du die Sprache schon seit ein paar Jahren lernst und überzeugt bist, im Ausland gut zurecht zu kommen, kannst du noch einige Dinge tun, um dir den Einstieg im fremden Land zu erleichtern. Man wird schnell feststellen, dass das eigene Vokabular für den täglichen Gebrauch zwar gut und ausreichend ist, doch mit Fachwörtern an der Uni sieht es schon ganz anders aus. Viele Universitäten bieten Kurse mit Fachenglisch für bestimmte Studiengänge an, die man noch ein Semester belegen kann. Es ist außerdem hilfreich, Bücher und  Forschungsartikel aus dem Land zu lesen, in das man reisen möchte. So bekommt man nicht nur den Wortschatz, sondern kann sich auch schon mit der anderen Sichtweise bekannt machen. 

Visum beantragen / Urlaubssemester einreichen / Gesundheitliche Maßnahmen

Sobald man die definitive Zusage von der Universität bekommen hat, die man im Ausland besuchen wird, geht es an die konkrete Vorbereitung des Aufenthaltes. In dieser sehr intensiven Planungsphase ist am meisten zu tun und man sollte versuchen, den Überblick zu behalten, um nichts zu vergessen.

  • Visum beantragen
    • Beginne direkt nachdem du die Zusage bekommen hast mit der Bewerbung für ein Visum. Die Bearbeitung deines Antrags kann einige Monate dauern.
    • Das Visum wird in der Regel bei der Botschaft des Ziellandes in deinem Heimatland beantragt. Dort bekommst du auch alle notwendigen Informationen.
    • Gebe beim Ausfüllen des Antrags so viele Informationen wie möglich an, das erhöht deine Chancen.
    • Neben dem Antragsformular müssen in der Regel die Bestätigung deiner Zulassung an der Universität, deine offiziellen Reisedokumente (gültiger Reisepass), Informationen zur Dauern deines Aufenthaltes und ein Nachweis deiner finanziellen Mittel eingereicht werden.
    • Als Nachweis der finanziellen Mittel kannst du unterschiedliche Dokumente vorlegen. Zahlen deine Eltern für deinen Aufenthalt reicht ein „Bankstatement“ welches bescheinigt, dass sie genügend Geld auf dem Konto haben. Hast du ein Stipendium kannst du die Zusage des Stipendiengebers einreichen. Auch ein Job im Ausland kann als Bestätigung gelten. Hast du Zweifel, frage bei der Botschaft nach, was als Nachweis in Frage kommt.
  • Urlaubssemester einreichen
    • Wer an einer deutschen Universität eingeschrieben ist, muss sich für die Zeit des Auslandaufenthaltes beurlauben lassen. Die Anträge für diese Beurlaubung müssen rechtzeitig gestellt werden.
  • Gesundheitliche Maßnahmen
    • Ein wichtiger Punkt, den man für einen längeren Auslandsaufenthalt beachten muss, sind auch gesundheitliche Fragen. Man braucht in der Regel eine Versicherung fürs Ausland, da die deutsche Versicherung nicht greift.
    • Auslandskrankenversicherungen deutscher Anbieter können verschiedene Laufzeiten und Leistungen haben. Man sollte auf jeden Fall verschiedene Anbieter vergleichen.
    • Hast du gesundheitliche Beschwerden, aufgrund derer du regelmäßig Medikamente nehmen musst? Sprich mit deinem Arzt, wie du im Ausland an diese Medikamente kommst. Für Frauen gilt diese Frage auch für die Pille.
    • Gibt es Impfvorschriften für das Land, in welchem du studieren möchtest? Manche Impfungen müssen  bis zu einem halben Jahr vor Abreise durchgeführt werden. Informiere dich bei der Botschaft oder wende dich an deinen Arzt. 

Wohnungssuche / Flug buchen

Je konkreter die Planungen werden, umso stressiger wird es meistens. Jedoch muss man sich klar machen, dass man nun mit jeder erledigten Aufgabe einen Schritt näher an seinem Traum ist.

  • Wohnungssuche: Die Suche nach einer passenden Wohnung ist ein wichtiger Schritt bei den Vorbereitungen zum Auslandssemester. Es ist nicht einfach, auf eine große Distanz eine Wohnung zu finden und man sollte rechtzeitig mit der Suche beginnen.
    • Wohnheim: Wenn du gerne mit anderen Studenten zusammenwohnst und nichts gegen Partys und gemeinsame Aktivitäten hast, bist du in einem Studentenwohnheim richtig. Viele Universitäten haben Wohnheime direkt auf dem Campus. Man bewirbt sich direkt bei der Uni um einen Platz.
    • Wohngemeinschaft: Gibt es keine von der Universität angebotenen Wohnheime oder sind diese zu teuer, kannst du auch nach einer WG suchen. So lernst du schnell Leute kennen und alle Kosten werden geteilt. Wohngemeinschaften findet man in der Regel über das Internet oder ebenfalls über die Universität.
    • Eigene Wohnung: Du hast gerne deine Ruhe und brauchst deinen eigenen Ort um dich auszubreiten und wohlzufühlen? Dann sind hektische Wohnheime und enges Gemeinschaftsleben in einer WG nichts für dich. Suche über online Wohnungsbörsen oder lokale Zeitungen nach einer eigenen Wohnung oder einem Appartement.
    • Gastfamilien: Manche Universitäten und Austauschprogramme bieten die Möglichkeit, bei einer Gastfamilie zu leben. Das hat diverse Vorteile, man zahlt oft weniger, man kann direkt in die Kultur des Landes eintauchen und man wird nicht so schnell einsam.
  •  Flug buchen
    • Je früher man bucht, umso günstiger ist es meistens. Zwar gibt es manchmal Ausnahmen, du solltest aber auf keinen Fall auf ein Last-Minute Angebot warten, nur um Geld zu sparen.
    • Wenn du schon weist, dass du zu Weihnachten nach Hause kommen möchtest oder deinen Rückreisetermin schon grob abschätzen kannst, versuche einen Flug mit gekoppeltem Rückflug zu buchen. Das macht den Preis pro Flug um einiges günstiger als bei einem One-Way Ticket.
    • Informiere dich, ob es Flughäfen in der Umgebung deiner Gastuniversität gibt, für die günstigere Flüge angeboten werden. Wenn es die Möglichkeit gibt, mit Bus oder Zug zu deinem Zielort zu kommen, kannst du so eventuell Geld sparen. 

Die Vorfreude genießen – Leben / Kultur / Reisen

Langsam aber sicher hast du das Gefühl alles erledigt zu haben. Du kannst es kaum glauben, dass dein Stapel an To-Do Listen auf eine lächerliche Größe geschrumpft ist und die tatsächliche Abreise rückt in großen Schritten näher. Dies ist in der Regel die Zeit der großen Euphorie und Vorfreude. Man träumt täglich davon, wie es sein wird im neuen Land und der neuen Umgebung, man fängt an die Tage bis zur Abreise zu zählen und alle um einen rum sind schon genervt, weil es kein anderes Gesprächsthema mehr für einen gibt.

  • Leben: Diese Zeit kannst du nutzen, um dich über das Studentenleben und die Freizeitaktivitäten in deinem neuen Heimatland zu informieren. Welche Sportclubs gibt es an deiner Universität, wo liegt das nächste Kino, welche Veranstaltungen hat die Stadt zu bieten? All das hilft dir, dich vorzubereiten und macht gleichzeitig super viel Spaß, weil du so deine neue Heimat etwas besser kennen lernst und eine Vorstellung bekommst, wie dein Leben in ein paar Monaten aussehen wird. Natürlich kommt in der Regel alles anders als man denkt aber schaden kann es trotzdem nicht.
  • Kultur: Du solltest dich vor deiner Abreise auch über die Kultur und Geschichte deines Gastlandes informieren. Gibt es spezielle Bräuche, die man kennen sollte und welche Fettnäpfen kann man mit etwas Recherche vermeiden? Zum Thema Kultur gehören auch wichtige Sehenswürdigkeiten in deiner Stadt und Umgebung, die du im Laufe deines Aufenthaltes besichtigen kannst. Informiere dich über all diese Dinge und du wirst dich dort schnell heimischer fühlen und kannst sogar Missverständnisse vermeiden.
  • Reisen: Du hast während deines Auslandsstudiums die einmalige Gelegenheit, ein komplett neues Land kennen zu lernen. Welche Orte des neuen Heimatlandes möchtest du unbedingt besuchen? Wann ist die beste Reisezeit und wie kommst du vor Ort herum? All das kannst du schon einmal planen und dich darauf freuen, bald all diese tollen Dinge mit eigenen Augen zu sehen. Wer schon im Voraus plant kann auch sicher sein, dass er nichts verpasst oder vergisst. 

Packen / Abschied

Die Wochen vor deiner Abreise werden emotional sehr anstrengend sein. Auf der einen Seite freust du dich unheimlich auf alles, was nun auf dich zukommt. Doch andererseits hast du auch keine Ahnung, wie es werden wird, du bist auf dich alleine gestellt und musst so viele Menschen zurücklassen, die dir wichtig sind.

  • Packen: Was nimmt man mit, wenn man für eine so lange Zeit ins Ausland geht? Das ist eine der schwierigeren Fragen, die man beantworten muss, bevor es losgeht. Je nach Zielland musst du deine Klamotten auswählen. Viele Dinge, welche du für die Uni benötigst, müssen mit und Bilder und Andenken an die Menschen zuhause dürfen auch nicht fehlen. Mache dir eine konkrete Liste oder such im Internet nach Packlisten, um sicherzugehen, dass du nichts vergisst. Sei dir aber auch bewusst, dass du viele Dinge vor Ort kaufen wirst und nimm lieber erst einmal nicht so viel mit.
  • Abschied: Einer der schwierigsten Momente des Auslandsaufenthaltes ist der Abschied. Verbringe vor der Abreise so viel Zeit wie möglich mit deiner Familie und deinen Freunden zuhause. Unternehmt etwas zusammen oder schmeiße eine Abschiedsparty.
  • Letzte Überlegungen: Bevor du dich auf den Weg zum Flughafen machst, gehe noch einmal über diese Punkte, um sicherzugehen, dass alles bereit ist.
    • Hast du deine Reisedokumente (Flugtickets, Reisepass, Visum) griffbereit im Handgepäck verstaut?
    • Weißt du vor Ort, wo du hinmusst und wie du dort hinkommst? Wirst du abgeholt?
    • Hast du einen Platz, an dem du die ersten Tage bleiben kannst, falls deine Wohnung noch nicht frei ist? Wo bekommst du den Schlüssel zu deiner Wohnung / deinem Appartement?
    • Musst du dich an der Uni melden, wenn du da bist? Hast du deine Kurse gewählt und weißt, wann du wo sein musst?
    • Gibt es Einführungsveranstaltungen an denen du teilnehmen musst?
    • Hast du Geld gewechselt, um im Notfall vor Ort Bargeldreserven zu haben?
    • Hast du alles eingepackt, was du dringend brauchst und vor Ort nicht kaufen kannst? 

Bei all diesen Vorbereitungen kann es immer sein, dass du so gestresst und überfordert bist, dass du am liebsten alles hinschmeißen würdest. Wichtig ist, dass du einen Plan hast, dem du folgen kannst und dass du immer weißt, an wen du dich bei Fragen und Problemen wenden kannst. Auch wenn es viel vorzubereiten gibt, die Zeit im Ausland wird so unbeschreiblich toll und unvergesslich sein, dass all der Stress schnell vergessen ist und man genau weiß, dass sich all das gelohnt hat.

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