Tipps und Informationen für ein Auslandspraktikum in den USA

Tipps und Informationen für ein Auslandspraktikum in den USA

Ein Praktikum ist eine ideale Gelegenheit, einen Einblick ins mögliche spätere Berufsleben und in bestimmte Arbeitsabläufe zu gewinnen. Warum also nicht gleich ein Auslandspraktikum absolvieren? Das macht sich nicht nur gut im Lebenslauf, sondern ist auch eine außergewöhnliche Erfahrung, bei der man nebenbei noch seine Sprachkompetenz verbessert. Die USA bieten sich dafür besonders gut an, denn zum einen wird dort Englisch gesprochen – eine Weltsprache, die aufgrund des Globalisierungsprozesses immer wichtiger wird – und zum anderen gehört das Land mit zu den wirtschaftsstärksten Nationen. So hat man in den USA eine große Auswahl an „Traineeships“ und „Internships“ in den unterschiedlichsten Branchen.

Was bei der Suche nach einem Praktikum in den USA wichtig ist und welche Formalitäten vor der Abreise geregelt werden sollten, erfährst du hier.

Warum sich ein Praktikum in den Vereinigten Staaten lohnt

Neben den beiden bereits genannten Aspekten – der Amtssprache Englisch und dem großen Angebot an Praktika – gibt es noch viele weitere Gründe, warum sich gerade die USA besonders für ein Auslandspraktikum eignen. Gerade durch den Status als Wirtschaftsmacht und als Land mit großer Innovationsfähigkeit herrschen in den Vereinigten Staaten ideale Bedingungen für eine erstklassige Weiterbildung im Rahmen eines Praktikums. In den USA werden Praktika meist verhältnismäßig gut vergütet und man kann durchaus mit einem durchschnittlichen Gehalt von rund 1000 USD rechnen. Allerdings variiert die Höhe des Gehalts nach Branche und so kann es sein, dass man zum Beispiel bei Non-Profit-Organisationen oder in Medienunternehmen sehr viel weniger verdient als in anderen Bereichen oder etwa überhaupt keine Vergütung erhält. In jedem Fall ist es besser, wenn du dir mehr Zeit (am besten einige Monate) für ein Praktikum nimmst, denn so profieren du und dein Arbeitgeber gleichermaßen. Du wirst dich sicherlich vor Ort erst einmal einleben und deine ersten Eindrücke verarbeiten müssen – und das braucht vor allem in einem fremden Land seine Zeit. Außerdem wirst du während eines längeren Aufenthalts sehr viel intensiver an deinen Englischkenntnissen feilen können. Bei einer längerfristigen Anstellung kannst unter Umständen auch mit einem höheren Lohn rechnen.

Die Vereinigten Staaten selbst gelten aufgrund der enormen Vielfalt an abwechslungsreichen Orten, Nationalparks und Sehenswürdigkeiten als absoluter Besuchermagnet. Im Rahmen eines Auslandspraktikums hast du die Gelegenheit, die herzlichen Amerikaner, ihr Land und ihren Arbeitsalltag hautnah kennenzulernen – aus einer Perspektive, die keinem Touristen so einfach geboten wird. Als Praktikant im Ausland kannst du zusätzlich zur fachlichen Weiterbildung nebenbei soziale sowie interkulturelle Kompetenzen gewinnen und dich ebenso auf persönlicher Ebene weiterentwickeln.

Nicht zu vernachlässigen ist auch, dass du während deines Praktikums wertvolle Kontakte knüpfen kannst, die später möglicherweise sehr nützlich sein und dir zu dem einen oder anderen Job verhelfen könnten.

Voraussetzung – das J-1 Visum

Unabhängig davon, ob dein Praktikum bezahlt oder unbezahlt ist, benötigst du ein Visum. In den USA nennt sich dieses „J1-Visum“ und bietet ähnlich wie im Fall von Work and Travel die Möglichkeit Arbeiten bzw. die berufliche Weiterbildung und gegebenenfalls Reisen zu verbinden. Somit reicht ein einfaches Touristenvisum für ein Auslandspraktikum in den Vereinigten Staaten nicht aus. Um das J1-Visum zu erhalten, muss man sich zunächst bei einem vom U.S Department of State zertifizierten „Legal Sponsor“ bewerben. Dieser stellt das sogenannte „DS-2019 Dokument“ aus, welches zusammen mit dem „SEVIS-Beleg“ (Kostenpunkt 180 USD) Voraussetzung für den Antrag des Visums ist. Zusätzlich muss der Nachweis ausreichender finanzieller Rücklagen in Höhe von etwa 1000 USD erbracht werden.

Für eine erfolgreiche Beantragung des Visums notwendig ist außerdem ein gültiger Reisepass (dieser muss nach Ende des Aufenthalts noch mindestens 6 Monate lang gültig sein) sowie ein Mindestalter von 18 Jahren. Weiterhin erforderlich sind gute bis sehr gute Englischkenntnisse und ein Praktikumsplatz – man bekommt also das Visum erst, wenn man die feste Zusage eines Unternehmens erhalten hat. Ein Praktikum kann man mithilfe einer professionellen Agentur finden, wobei die günstigere Alternative hierzu die eigenständige Suche ist.

Eine weitere Voraussetzung für die Beantragung des „J1-Visums“ ist eine abgeschlossene Auslandskrankenversicherung. Davon gibt es, je nach Sinn und Zweck des Auslandsaufenthalts, auch unterschiedliche Varianten – zum Beispiel solche, die speziell auf Studenten oder, wie in diesem Fall vor dem Hintergrund eines Auslandspraktikums, auf Praktikanten ausgerichtet sind.

In den USA wird zwischen dem „Internship“- und dem „Training“-Programm unterschieden. Das „Intership“-Programm richtet sich an Studenten, die bereits mindestens 2 Semester an einer Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie eingeschrieben sind. Wenn du dein Studium schon abgeschlossen hast, kannst du innerhalb des ersten Jahres nach Ende der Studienzeit ebenfalls ein „Internship“ von bis zu 12 Monaten absolvieren.
Das „Training“-Programm hingegen richtet sich an Personen mit einem abgeschlossenen Studium bzw. einer abgeschlossenen Ausbildung und mindestens einem Jahr Berufserfahrung oder an Teilnehmer mit mindestens 5 Jahren Berufserfahrung in einem mit dem Praktikum inhaltlich übereinstimmenden Fachbereich. Im Rahmen des „Trainings“ kannst du sogar bis zu 18 Monate in den USA verbringen.
In beiden Fällen solltest du darauf achten, dass dein Praktikum einen inhaltlichen Bezug zu deinem Studienfach bzw. deinem Beruf hat.

Bis du das Visum in der Tasche hast, können einige Wochen vergehen. Das liegt auch daran, dass du, wie oben beschrieben, zunächst das DS-2019 beantragen musst und dich daraufhin erst um das eigentliche J1-Visum beim US-Konsulat bewerben kannst. Daher solltest du dich so früh wie möglich um das Praktikum und das Visum kümmern.

Weitere Informationen zum Visum und zu den Bedingungen für eine Beantragung findest du auf der offiziellen Website des U.S. Department of State.

Die Praktikumssuche

Die Suche nach einem geeigneten Praktikum kann zu einer echten Herausforderung werden, daher musst du nicht selten viel Motivation und Durchhaltevermögen aufbringen. Unterstützung bei der Vermittlung eines Praktikums erhältst du von spezialisierten Agenturen, aber bei der selbstständigen Suche kannst du durchaus auch fündig werden. Dabei kann dir zum Beispiel die deutsch-amerikanische Handelskammer behilflich sein. Diese gibt Kontaktdaten von Unternehmen mit Partnerfirmen oder Zweigstellen in den Vereinigten Staaten heraus, die du dann direkt anschreiben kannst. Ein Gespräch mit Freunden, Verwandten, ehemaligen Geschäftskollegen und Arbeitgeber oder Dozenten an der Uni könnte ebenfalls die Türen für ein Praktikum öffnen – wer weiß, ob nicht jemand ganz in deiner Nähe gute Verbindungen in die USA hat!? Studenten können sich bei ihrer Praktikumssuche zudem an das Akademische Auslandsamt oder an das Praktikantenamt ihrer Uni wenden. Ein weiterer Weg führt über das Internet im Allgemeinen und über Soziale Netzwerke wie xing oder facebook. Im Internet wird zum Beispiel von der US-Regierung eine offizielle Website zum Thema Jobsuche angeboten (www.usajobs.gov). Dort kann man sich kostenlos anmelden, seinen Lebenslauf hochladen und mit bestimmten Suchbegriffen nach passenden Angeboten Ausschau halten.

Wie so oft im Leben lautet auch bei der Suche nach einem Auslandspraktikum die Devise „Fragen kostet nichts!“. Wenn du die Augen offen hältst, Eigeninitiative zeigst, bei potenziellen Arbeitgebern anfragst und mit Bekannten über deine Pläne sprichst, wirst du mit Sicherheit bald fündig werden.

Bewerbung um ein Auslandspraktikum

Eine klassische Form der Bewerbung in den USA besteht zum einen aus einem sogenannten „Resume“ und zum anderen aus einem „Cover Letter“. Das „Resume“ ist eine Art Pendant zum deutschen Lebenslauf, wobei jedoch inhaltlich und formal durchaus Unterschiede bestehen. Beispielweise gehören persönlichere Daten, wie das Alter oder der Geburtsort bei den Amerikanern aus rechtlichen Gründen nicht in den Lebenslauf. Der „Cover Letter“ ist hierzulande vergleichbar mit dem Anschreiben und sollte kurz und direkt all die Vorzüge, die den potenziellen Arbeitgeber überzeugen sollen, zusammenfassen.

Bei der Erstellung dieser beiden Dokumente musst du natürlich besonders darauf achten, keine sprachlichen Fehler zu machen. Außerdem solltest du aufpassen, dass du nur amerikanisches Englisch und nicht, wie du es in der Schule eventuell gewohnt warst, britisches Englisch verwendest. Um Fehler zu vermeiden, kannst du Bekannte mit guten Englischkenntnissen oder Muttersprachler darum bitten, deine Bewerbungsunterlagen Korrektur zu lesen.

Bei einer intensiveren Suche im Internet wirst du auf viele Bewerbungsratgeber stoßen, die gute Beispiele und Muster für professionelle „Resume“ oder „Cover Letter“ geben.

Tipps zum Auslandspraktikum in den USA

Zuletzt möchten wir dir einige Tipps mit auf den Weg geben, die dir bei der Organisation und während deiner Zeit im Ausland weiterhelfen könnten.

  • Finanzplan ausarbeiten: Da nicht jedes Praktikum zwangsläufig (gut) bezahlt wird, solltest du für den Fall, dass das Geld knapp wird, finanzielle Rücklagen einplanen. Studenten können zum Beispiel unter bestimmten Voraussetzungen (Mindestdauer des Praktikums von 12 Wochen und inhaltlicher Bezug zur Ausbildung) Auslands-BAFöG beantragen (unter www.studentenwerke.de) oder sich um einen Zuschuss beim Deutschen Akademischen Auslandsdienst (unter www.daad.de) bemühen. Zudem gibt es die Möglichkeit, bei sehr guten Studienleistungen ein Auslandsstipendium zu erhalten. Wer nicht mehr studiert, könnte einen zinsgünstigen Kredit in Erwägung ziehen oder sich etwas Geld bei Freunden und Verwandten leihen.
  • Am Ball bleiben: Gib die Hoffnung nicht auf, wenn du auf deine Bewerbung nicht sofort eine Rückmeldung bekommst. Bringe dich am besten immer wieder in Erinnerung, auch wenn du dich dabei schon fast so fühlst, als würdest du deinen potenziellen Arbeitgeber mit Mails bombardieren.
  • Work and Travel: Mit dem Erhalt des Visums bekommst du gleichzeitig die Möglichkeit, einige Zeit durch die USA zu reisen. Das „J1-Visum“ ermöglicht es dir, bereits bis zu 30 Tage vor dem Beginn des Praktikums in die USA einzureisen oder deinen Aufenthalt um maximal 30 Tage nach Praktikumsende zu verlängern. Nutze diese Möglichkeit, denn das Land ist mehr als sehenswert!
  • Sprachkenntnisse verbessern: Falls du während deines Auslandsaufenthalts noch intensiver an deinen Englischkenntnissen arbeiten möchtest, könntest du neben deiner Arbeit zusätzlich an Sprachkursen (beispielsweise speziell zum Thema „Business English“) teilnehmen.
  • Vertragliche Absicherung gegen böse Überraschungen: Bestehe bei der Vertragsabwicklung für dein Auslandspraktikum darauf, dass dein Gehalt, deine genauen Arbeitszeiten, deine Verpflichtungen und besondere Vereinbarungen mit deinem Arbeitgeber schriftlich im Arbeitsvertrag festgehalten werden.

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