Work and Travel in Australien – Auf den Spuren der Kängurus und Aborigines

Work and Travel in Australien – Auf den Spuren der Kängurus und Aborigines

Australien ist nach wie vor die Nummer 1 für Globetrotter, die es zum „Arbeiten und Reisen“ ins Ausland zieht. Und gerade weil das Land das beliebteste Ziel ist, hat sich dort eine ausgesprochen gute Infrastruktur mit vielen Möglichkeiten für „Work and Travel“-Teilnehmer entwickelt. Wir beleuchten die Gründe, warum sich eine Reise auf die Südhalbkugel lohnt, welche Anforderungen man erfüllen muss, wie es mit der Finanzierung aussieht und welche Jobs auf „Work and Traveller“ in Australien warten. Alles Wichtige fassen wir zum Abhaken noch einmal am Ende in einer übersichtlichen Checkliste zusammen.

Warum Australien?

Viele werden sich fragen, wieso man für ein Work and Travel eigentlich um den halben Globus fliegen muss, wenn es doch auch in Europa eine Menge interessanter Reiseländer gibt – aber genau das macht mitunter den Reiz eines Auslandsaufenthalts in Australien aus. Einmal weit weg und ganz auf sich allein gestellt sein, durch die Wildnis reisen und das „Beachlife“ oder den „Surfer-Lifestyle“ an einem der vielen kilometerlangen Strände erleben, ist ein Wunsch, den sich gerade Jüngere mit einer Australienreise erfüllen wollen. Vor allem die Zeit nach dem Abi bzw. vor dem Studium bietet sich für ein Work and Travel an, und da kommt die Aussicht, eine Auszeit fern vom Alltag und den oft so anstrengenden Eltern zu nehmen für einige gerade recht.

Auch Großstadtfans und Partygänger kommen in einer der australischen Städte, wie Sydney, Melbourne oder Perth auf ihre Kosten.  Somit machen die vielen Facetten Australiens das faszinierende Land zu einem echten Reise-Hotspot.
Die Option, Arbeiten und Reisen zu verbinden, bietet sich in einem Land mit der Amtssprache Englisch besonders an. Daher kann man aus einem Aufenthalt in Down Under neben unvergesslichen Erlebnissen und schönen Urlaubsfotos auch verbesserte Sprachkenntnisse mitnehmen. In einer Welt, die immer stärker anglisiert wird, machen sich Englischkenntnisse nicht mehr einfach nur gut im Lebenslauf, sondern ebenfalls im beruflichen und privaten Alltag.

Die Kombination aus Reisen und Arbeiten ermöglicht darüber hinaus einen idealen Einblick in die Alltags- und Arbeitswelt der Australier. Wer eine längere Zeit im Ausland verbringt und Joberfahrung sammelt, wird außerdem von einer großen persönlichen Weiterentwicklung profitieren. Dies gilt auch im Hinblick auf andere Fähigkeiten, wie zum Beispiel dem Erwerben von sogenannten Soft Skills sowie sozialen Kompetenzen. Wenn man sich einmal intensiv mit einer anderen Kultur und Lebensweise auseinandersetzt, wird man zusätzlich einen anderen Blickwinkel sowie eine viel größere Offenheit Neuem gegenüber entwickeln.

Was man mitbringen sollte

Wer an einem Work and Travel in Australien teilnehmen möchte, sollte zwischen 18 und 30 Jahre alt sein und kann sich mithilfe des sogenannten „Working Holiday Visums“ (siehe unten) bis zu 12 Monate lang auf Reisen durch die ferne Nation begeben. Es bietet sich an, zunächst einige Wochen umherzureisen, denn so hat man die Chance, unterschiedliche Teile und Facetten Australiens kennenzulernen. Dabei kann man außerdem Ausschau nach möglichen interessanten Jobs halten und herausfinden, was man sich von dem Auslandsaufenthalt erhofft. Schon zu Beginn muss jedoch klar sein, dass man keine allzu optimistischen Vorstellungen von der Bezahlung und der Jobauswahl haben sollte. Außerdem darf man nicht zu wählerisch sein und mit zu hohen Erwartungen an die Arbeitssuche gehen, denn häufig stehen eher einfachere Gelegenheitsjobs auf dem Programm. Daher benötigt man Durchhaltevermögen, Flexibilität und Motivation. Die Fähigkeit, offen auf neue Leute zugehen zu können, vereinfacht überdies die Arbeitssuche gewaltig. Trotz allem machen gerade diese völlig neue Erfahrung des einfachen, oft sehr spontanen Backpackerlebens und das „Sich-Durchbeißen“ die Faszination des Work and Travel aus.

Das Working Holiday Visum

Voraussetzung für ein Work and Travel und den damit verbundenen Erhalt einer Arbeitserlaubnis in Australien ist das sogenannte „Working Holiday Visum“, das bei der Australischen Botschaft angefordert wird. Möglich ist dies entweder schriftlich (per Post), online oder – für jene, die direkt nach Berlin kommen können – persönlich. Fällt die Entscheidung für ein Work and Travel sehr kurzfristig, so empfiehlt sich die persönliche oder die Online-Beantragung. In Berlin kann das Visum meist schon am selben Tag mitgenommen werden. Für eine Beantragung übers Internet benötigt man zunächst einen „Immi-Account“, den man auf der Seite des Department of Immigration and Citizenship erstellen kann. Die Visa-Gebühr von rund 290 Euro zahlt man in diesem Fall per Kreditkarte. Bei einer Online-Beantragung erhält man sein Visum normalerweise nach einigen Tagen, wohingegen eine postalische Abwicklung teilweise bis zu einem Monat dauern kann.

Eine weitere Bedingung für das Working Holiday Visum ist der Nachweis einer ausreichenden finanziellen Rücklage von rund 3500 Euro. Außerdem muss ein Rückflugticket entweder bereits gebucht oder das nötige Geld für den Rückflug vorhanden sein.

Das Working Holiday Visum hat eine maximale Gültigkeit von 12 Monaten. Dabei ist nebensächlich, wann das Visum beantragt wurde, da die Zeit erst ab dem Einreisetag läuft. Der Reisepass sollte hingegen ab diesem Tag noch mindestens 6 Monate lang gültig sein. Außerdem ist zur Bewilligung des Working Holiday Visums eine Auslandskrankenversicherung erforderlich. In einigen Fällen wird zusätzlich eine Gesundheitsprüfung verlangt und die Teilnahme mit bestimmten Erkrankungen, wie Krebs, Tuberkulose oder HIV, ist nur unter speziellen Voraussetzungen möglich. Ferner darf kein Eintrag im Vorstrafenregister bestehen.
Auch Eltern können ein Working Holiday Visum beantragen, wobei das Kind jedoch nicht nach Australien einreisen darf.
Das Visum ermöglicht neben dem bezahlten Arbeiten auch eine Weiterbildungszeit von bis zu 4 Monaten, in denen ein Studium, eine Ausbildung, ein Praktikum oder Sprachkurse realisiert werden können. Erste Priorität hat jedoch in jedem Fall das Reisen.

Eine Beantragung des Working Holiday Visums sollte gut überlegt sein, denn normalerweise kann dieses nur einmal im Leben ausgestellt werden. Wer dabei Unterstützung benötigt, kann auch auf die Hilfe eines professionellen Visa-Services zurückgreifen.

Welche Jobs bietet Australien?

Das Working Holiday Visum ermöglicht eine Anstellung von bis zu 6 Monaten bei einem Arbeitgeber. Nach einem halben Jahr entscheidet man sich also entweder dafür, einen neuen Job zu suchen oder seinen Horizont durchs Reisen zu erweitern. Da Australien gut auf die Horde der jährlich rund 100.000 „Work and Traveller“ vorbereitet ist, gibt es ein großes Angebot an möglichen Jobs und Vermittlungsagenturen – aber natürlich auch eine große Konkurrenz bei der Arbeitssuche. Zu den gängigsten Jobs gehören die Arbeit in der Gastronomie-, Hotel- und Tourismusbranche, Bau- und Farmarbeit oder das (saisonale) Fruit-Picking. Anstellungen als „Fruit-Picker“ können mitunter sehr spontan vergeben werden. Wer sich vorher über die Erntezeiten in den unterschiedlichen Landesteilen informiert, ist dabei klar im Vorteil und kann auch seine Reiseroute darauf abstimmen.  Zudem bieten Hostels, Callcenter und Großveranstalter oftmals Aushilfsjobs an. Bei einfacheren Arbeiten kann man in Australien mit einem Stundenlohn von 7 bis 10 Euro rechnen.
Qualifiziertere Jobs, die teilweise bessere Vor- und Sprachkenntnisse sowie eine Ausbildung erfordern, lassen sich ebenfalls in Australien finden. Wer eher Interesse an solch einer Arbeit hat, sollte sich überlegen, ob eine frühe Bewerbung von Deutschland aus eventuell sinnvoller ist.
Eine Alternative zu bezahlten Jobs, bei der man außerdem kein Working Holiday Visum benötigt, ist das sogenannte „Woofing“ (= Willing workers on organic farms).  Hierbei arbeitet man täglich etwa 6 Stunden auf einer australischen Farm und bekommt im Gegenzug eine kostenfreie Verpflegung und Unterkunft.
Bei der Jobsuche vor Ort lohnt sich ein Blick in Magazine (auch spezielle Magazine für Backpacker) und lokale Zeitungen.  Aushänge in Hostels und die Internetsuche können ebenfalls zu einem Job verhelfen. Manchmal trifft man auf seiner Reise auch die richtigen Leute und erhält so wertvolle Verbindungen zum nächsten Gelegenheitsjob – grundsätzlich wird eine offene Art also häufig belohnt!
Professionellere Hilfe bei der Suche bekommt man bei einer der vielen Arbeitsagenturen bzw. beim staatlichen Arbeitsamt.

Jene, die endlich einen Job in der Tasche haben, sollten daran denken, rechtzeitig eine Steuernummer zu beantragen, denn diese muss dem Arbeitgeber vorgelegt werden. Außerdem vereinfachen ein australisches Bankkonto und eine Kreditkarte das (Arbeits-)Leben erheblich.

Finanzierungsmöglichkeiten

Die Aussicht auf einen bezahlten Job vor Ort sollte nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass das Gehalt die gesamten Ausgaben für den Trip in den meisten Fällen nicht komplett decken kann. Allein die Ausgaben für den Hin- und Rückflug, das Visum, Versicherung, Unterkunft, Verpflegung sowie Bus-, Bahntickets usw. können nach einigen Monaten Auslandsaufenthalt schnell in die Tausende gehen. Deshalb sollte man eine realistische Vorstellung von seinen eigenen Finanzen haben und möglichst „finanzielle Puffer“ einplanen. Aber auch wenn das eigene Geld nicht reichen sollte, gibt es einige Optionen, die ein Work and Travel in Australien trotz allem ermöglichen.
Zum einen gibt es natürlich die Möglichkeit, sich bei den eigenen Eltern, Freunden oder Verwandten Geld zu leihen und dieses im Laufe der Zeit (oder falls man nach der Rückkehr tatsächlich Gewinn gemacht haben sollte) zurückzuzahlen. Zum anderen können auch Darlehen oder unter bestimmten Voraussetzungen ein Bildungskredit (im Fall von Aus- und Weiterbildung im Ausland) für die nötige Liquidität sorgen.
Ein weiterer guter Weg, Geld zu sparen ist eine Steuererstattung („Tax Return“) mithilfe der vom Arbeitgeber erhaltenen „Payment Summary“ nach der Rückkehr. Immerhin hat man in Australien durchs Jobben Einkommenssteuern gezahlt, die man unter Umständen wieder zurückfordern kann.

Generell spielt der persönliche Umgang mit den eigenen Finanzen auch im Ausland eine große – wenn nicht sogar noch größere – Rolle. Hat man schon im Alltag eine verschwenderische Mentalität gegenüber Geld entwickelt, so sollte man gerade während eines „Work and Travel“-Aufenthalts ein wachsames Auge auf sein Finanzmanagement haben. Bereits in scheinbar unwichtigen Situationen, wie dem Einkauf von Lebensmitteln, der Planung des Auslandsaufenthalts oder der Flugbuchung kann man viel Geld sparen, wenn man Preise vergleicht, ohne eine Vermittlungsagentur arbeitet und frühzeitig bucht.
Wer die Verantwortung auf sich nimmt und sich erfolgreich durch alle erforderlichen Formalitäten gearbeitet hat, wird mit einem unvergesslichen Jahr in Down Under belohnt werden.

Kurze Checkliste für „Work and Travel“ in Australien

  • Wer die Hilfe eines Veranstalters oder eines Visa-Services in Anspruch nehmen möchte, sollte diese rechtzeitig ausfindig machen. Meist bieten Veranstalter zusätzlich einen Vorbereitungskurs an, bei dem man Praktisches zum Thema Bewerbung und Jobsuche lernen kann. Eine selbstständige Planung ist mit mehr Zeitaufwand, aber auch geringeren Kosten verbunden.
  • Gültigkeit des Reisepasses, eventuell wichtiger Impfungen usw. überprüfen (Gesundheitsnachweis erforderlich?)
  • Überprüfung der Finanzen (Nachweise von 3500 Euro und Kosten für das Rückflugticket)
  • Abwicklung einer Auslandskrankenversicherung
  • Beantragung des Working Holiday Visums (online, schriftlich oder persönlich)
  • Kreditkarte anfordern
  • Steuernummer beantragen
  • Flüge/ Flug buchen
  • Unter Umständen erste Bewerbungen von Deutschland aus abschicken
  • Grobe Reiseroute planen und günstige Unterkunftsmöglichkeiten heraussuchen
  • Versorgung von Haustieren und Pflanzen sicherstellen sowie, falls nötig, Untermieter für eigene Wohnung suchen
  • Handy mitnehmen und gegebenenfalls neuen Vertrag abschließen oder australische SIM-Card besorgen
  • Bewerbungsunterlagen, Passfotos, Nachweise und Lebenslauf einpacken

Packliste schreiben (nicht zu vergessen: du verbringst bis zu 12 Monate in Australien. Dort können je nach Region und Jahreszeit natürlich sehr unterschiedliche Temperaturen vorherrschen. Daher gehört vor allem praktische Kleidung ins Gepäck)

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