Krankenversicherung für Ausländer

Krankenversicherung für ausländische Studenten

Wichtige Informationen zur Krankenversicherung in Deutschland

Deutschland verfügt über eine sehr gute medizinische Versorgung und ein geglie­dertes Krankenversicherungssystem (ge­setzliche Krankenkassen und private Ver­sicherer). Alle Studenten können sich recht preiswert versichern.

Krankenversicherung in Deutschland

Deutschland verfügt über eine sehr gute medizinische Versorgung und ein geglie­dertes Krankenversicherungssystem (ge­setzliche Krankenkassen und private Ver­sicherer). Alle Studenten können sich recht preiswert versichern.

Wer in Deutschland als ausländischer Student studieren möchte benötigt immer eine Krankenversicherung. Eingeschrie­bene Studenten sind fast alle pflichtversi­chert (SGB V, § 5 Abs. 1 Nr. 9), dies be­deutet, dass alle Studenten bei einer ge­setzlichen Krankenkasse versichert wer­den. Für die Einschreibung ist der Nach­weis einer Krankenversicherung zwin­gend vorgeschrieben.

Beispiele für gesetzliche Krankenkassen: AOK, BARMER, DAK, HEK, KKH, IKK, und diverse Betriebskrankenkassen. Bei den meisten gesetzlichen Krankenkassen, kann die Mitgliedschaft online beantragt werden.

Welche Krankenkasse ist für die Ausstel­lung der Versicherungsbescheinigung zu­ständig?

Studienbewerber/innen erhalten die für die erstmalige Einschreibung erforderliche Versicherungsbescheinigung von der Krankenkasse oder dem privaten Versi­cherer, bei der sie zum Studienbeginn als Mitglied oder Familienangehöriger versi­chert sind oder voraussichtlich versichert sein werden.

Studienbewerber/innen, die sich von der Versicherungspflicht befreien lassen wol­len, erhalten ihre Versicherungsbescheinigung von der Kranken­kasse, welche die Befreiung ausspricht.

Die Beiträge betragen für die Kranken- und Pflegeversicherung in 2019/20 monatlich:

  • AOK Baden Württemberg - 107,29 €
  • Barmer - 108,77 €
  • DAK – Gesundheit 111,75 €
  • KKH – Kaufmännische Krankenkasse 111,75 €
  • TK – Techniker Krankenkasse 105,80 €

AUSNAHME von der Pflichtversicherung:

  • Gastwissenschaftler, Postdoc, Stipendiaten (jeweils ohne Arbeitsvertrag)
  • Teilnehmer/-innen an deutschen Sprach­kursen und Studienkollegs
  • Studierende, die das 30. Lebensjahr überschritten haben

Herkunft aus Ländern mit Sozialversicherungsabkommen

Mit einigen Ländern, darunter den Mit­gliedsländern der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraumes, bestehen Sozialversicherungsabkommen. Sind Sie in Ihrem Heimatland gesetzlich krankenversichert, so können Sie diesen Versicherungsschutz in Deutschland von einer gesetzlichen Krankenkasse aner­kennen lassen.

Studierende aus EU‐Ländern bekommen in der Regel in Ihrer Heimat eine Internationale Versicherungskarte (EHIC ‐ EuropeanHealth Insu­rance Card), welche auch in Deutschland (auch beim Arzt) anerkannt ist.

Mit dieser Bescheinigun­g melden Sie sich bitte bei einer ande­ren gesetzlichen Krankenkasse. Dort er­halten Sie dann eine Bestätigung über die Krankenversicherung für die Ein­schrei­bung an der Hochschule.

Ihre Versicherung deckt eventuell nicht alle Kosten in Deutschland ab. Erkundigen Sie sich schon vor der Einreise sehr ge­nau, welche Leistungen Sie in Deutsch­land in Anspruch nehmen dürfen.

Eine Krankenversicherung mit Einschränkung der Behandlungskosten oder der Leistungspflicht wird in Deutschland nicht an­erkannt! Wenn Sie in Ihrem Heimatland über keinen Versicherungsschutz verfügen, müssen Sie sich in Deutschland dennoch versi­chern, wie alle anderen Studierende auch.

Auch die privaten Krankenversicherungen anderer Länder können unter Umständen in Deutschland anerkannt werden. Ge­naueres sollten Sie mit Ihrer Versicherung klären.

Wird Ihre private Versicherung anerkannt, benötigen Sie für die Immatrikulation eine Bestätigung, dass Sie von der Versiche­rungspflicht in der gesetzlichen Kranken­versicherung befreit sind. Eine solche Be­freiung muss bei den gesetzlichen Kran­kenkassen in Deutschland beantragt werden. Beachten Sie jedoch, dass eine Be­freiung immer für die gesamte Dauer des Studiums gilt und nicht widerrufen werden kann. Ein Wech­sel in eine gesetzliche Krankenkasse ist dann nicht mehr möglich!

Anerkennung der Krankenversicherung für die Aufenthaltsverlängerung:

Zur Beantragung oder Verlängerung von befristeten Aufenthaltstiteln ist der Nach­weis einer ausreichenden Krankenversi­cherung erforderlich.
Nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 Aufenthaltsgesetz (AufenthG) setzt die Erteilung des Aufenthaltstitels in der Regel die Sicherung des Lebensunterhaltes vo­raus. Bestandteil der Sicherung des Le­bensunterhaltes ist nach § 2 Abs. 3 AufenthG auch das Be­stehen eines ausreichenden Krankenversicherungsschutzes.

Als ausreichender Krankenversicherungsschutz wird eine gesetzliche Kranken­kasse oder substitutive Private Krankenversicherung akzeptiert.
Problem dabei ist, dass einige Personen (Stipendiaten, Sprachschüler, Studenten über dem 30. Lebensjahr) keinen Zugang zur GKV haben und die Privaten Krankenversicherer Per­sonen mit befristetem Aufenthaltstitel meist nicht versichern.
Damit kommt die Absicherung über eine Reisekrankenversicherung für Ausländer in Deutschland zum Zuge.

Der Gesetzgeber erlaubt auch ausdrück­lich den nicht als Private Krankenversiche­rung tätigen Versicherungsgesellschaften (z.B. Reiseversicherer) die langfristige Reisekrankenversicherung bis zu einer Vertragsdauer von 5 Jahren für Personen mit befristetem Aufenthaltstitel (§ 195 VVG).

Die Anbieter (Versicherungsvermittler und Versicherer) erstellen auf Wunsch eine Bestätigung für Behörden.

Nachdem der Gesetzgeber nicht genauer bestimmt hat, was unter einem „ausrei­chenden Krankenversicherungsschutz“ zu verstehen ist, hat sich in der Praxis nach­stehende Mindestanforderung entwickelt:

  • Ambulante Behandlungen einschließlich:
  • verordneter Medikamente
  • schmerzstillende Zahnbehandlung
  • stationäre Heilbehandlung
  • Rücktransport ins Heimatland
  • Rehabilitationsmaßnahmen als Anschlussheilbehandlung
  • Behandlungskosten bei missglücktem Suizid
Bei Studenten, die bereits gegenüber der Hochschule zur Immatrikulation den Krankenversicherungsschutz nachgewiesen haben, verzichten einige Ausländerbehörden auf einen erneuten Nachweis – da reicht dann die Immatrikulationsbescheinigung.

Ausnahme von der Pflichtversiche­rung:

Für bestimmte Personenkreise besteht keine Möglichkeit sich bei einer gesetzli­chen Krankenkasse zu versichern, diese sind:

  • Gastwissenschaftler, Postdoc, Stipendiaten (jeweils ohne Arbeitsvertrag)
  • Teilnehmer/-innen an deutschen Sprach­kursen und Studienkollegs
  • Studierende, die das 30. Lebensjahr überschritten haben

Dieser Personenkreis wird auch in der Regel nicht von der echten Privaten Krankenversicherung wegen des „befristeten Aufenthaltstitels“ aufgenommen.

Für diesen Personenkreis hat die private Versicherungswirtschaft preisgünstige Sondertarife entwickelt.

Im Rahmen der sogenannten Reisekrankenversicherung für ausländische Gäste wird Versicherungsschutz für die Dauer von bis zu 5 Jahre angeboten. Der Versicherungsschutz umfasst die notwendige Absicherung für akut auftretende Erkran­kungen (Arzt- und Krankenhausbehandlungen), sowie Leistungen bei Schwan­gerschaft und Geburt (nach einer Warte­zeit von 8 Monaten).

Nicht versichert sind meist: Behandlungen von bestehenden Erkrankungen (Vorerkrankungen) und z. B. Vorsorgeuntersuchun­gen (Check-ups).

Der Versicherungsschutz sollte jeweils für die gesamte mögliche Dauer abgeschlos­sen werden, da Verlängerungen auch von den Versicherern abgelehnt werden kön­nen, oder bei einigen Anbietern bei einer Verlängerung Vorerkrankungen (Erkrankungen oder Schwangerschaften, die in der ersten Versicherungsperiode eingetreten sind) ausgeschlossen sind. Verträge mit kundenfreundlichen Versicherungsbedingungen kön­nen jedoch täglich zum Monatsende ge­kündigt werden.

Sinnvoll ist der Einschluss einer privaten Haftpflichtversicherung, aber nicht zwingend für die Anerkennung bei der Aufenthaltstitel-Erlangung oder Verlängerung.

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