Was man für ein Studium in Spanien wissen muss

Was man für ein Studium in Spanien wissen muss

Vamos a la Playa – diesen beliebten Satz, der es sogar zu einem eigenen Lied geschafft hat, kann man bei einem Studium in Spanien mit Sicherheit öfter verwenden. Egal ob Barcelona, Valencia, Málaga oder eine der anderen beliebten Studentenstädte, ein Studium in Spanien verbindet Lernen mit unzähligen Freizeitaktivitäten in einem der schönsten Länder Europas. Spanien wird von vielen europäischen Studenten als das ERASMUS Land überhaupt gesehen und das hat auch seine Gründe. In kaum einem anderen Land findet man eine so schöne Atmosphäre in der man studieren und leben kann. Die wunderschönen Spanischen Städte tragen sehr viel dazu bei, doch vor allem auch die Spanier selbst sind mit ihrer offenen und lebensfrohen Art ein Hauptgrund für den einzigartigen Charme des Landes. Wer einmal in Spanien gelebt hat, möchte gar nicht erst wieder nach Hause.

Um Studenten zu unterstützen, ihren Traum vom Auslandsstudium in Spanien zu verwirklichen, enthält dieser Studienführer wichtige Informationen zu Spanien, den Universitäten und dem Bewerbungsverfahren für ein Studium dort.

Gründe für ein Studium in Spanien

Gerade für europäische Studenten ist Spanien oft das ideale Land für ein Auslandssemester oder sogar ein Auslandsstudium. Sowohl die staatlichen als auch die privaten Universitäten und Hochschulen in Spanien besitzen einen sehr guten Ruf. Hinzu kommt das mediterrane Klima und die Möglichkeiten ein vielseitiges Land und ein sehr offenes und lebensfrohes Volk näher kennen zu lernen.

Auch die Sprache ist für viele ein Hauptgrund, in Spanien zu studieren. Spanisch ist die am zweithäufigsten gesprochene Sprache der Welt und über 450 Millionen Menschen sprechen Spanisch. Zwar ist Englisch nach wie vor die wichtigste Sprache in der Wirtschaft, doch für Unternehmen ist es zunehmend wichtiger, dass ihre Mitarbeiter auch weitere Sprachen beherrschen. Spanischsprachige Länder vor allem in Lateinamerika verzeichnen zudem gerade einen wirtschaftlichen Boom und werden dadurch auch als Handelspartner immer interessanter und gefragter. Wer also die Möglichkeit hat, Spanisch im Ursprungsland der Sprache zu lernen und im täglichen Leben sowie im akademischen Gebrauch zu benutzen, der hat einen ganz klaren Vorteil gegenüber anderen Bewerbern, vor allem wenn man vorhat, in einem internationalen Unternehmen tätig zu sein. Spanisch ist eine Sprache, die für viele Europäer leicht zu lernen ist, gerade, wenn man in Spanien lebt und täglich damit konfrontiert wird. Der perfekte Gebrauch der spanischen Sprache ist also sowohl ein Pluspunkt für den Lebenslauf, als auch eine Bereicherung für einen persönlich, wenn man sich in einem fremden Land ohne Probleme verständigen kann.

Universitäten in Spanien werden „Universidades“ genannt und bieten alle unterschiedlichen Fachrichtungen an. Abschlüsse von spanischen Universitäten sind nicht nur in Europa, sondern meist weltweit anerkannt. Innerhalb der Europäischen Union ist es durch die Bachelor- und Masterreform oft verhältnismäßig einfach, sich Fächer für das Studium in Deutschland anrechnen zu lassen und wer einen spanischen Abschluss besitzt, kann damit auch in Deutschland auf Jobsuche gehen. Viele spanische Jugendliche suchen aufgrund der schlechten Wirtschaftslage in Spanien einen Job in Deutschland und sind damit oft erfolgreich, da die spanischen Abschlüsse als sehr gut gelten.

Studenten, welche einen Austausch in Spanien gemacht haben oder sogar für ihr komplettes Studium im Land waren, schwärmen natürlich auch von den unzähligen Freizeitmöglichkeiten und den tollen Landschaften Spaniens. Ein Aufenthalt in diesem Land ist eben auch eine Möglichkeit, das Land zu erkunden und all die schönen Orte zu entdecken. Freizeitaktivitäten und vor allem auch die einzigartige Lebenseinstellung in diesem Land sind ein weiterer Punkt, der für Spanien spricht. Man kann sich hier persönlich sehr stark weiterentwickeln. Gerade wir Deutschen tun uns oft schwer, einfach mal etwas lockerer zu sein und das Leben zu genießen, hier können wir von den Spaniern viel lernen. Und wer Spaß am Leben hat, ist auch leistungsfähiger, bei dem was er tut. Traditionelle Straßenfeste und Zeremonien kann man in Spanien ebenso miterleben, wie das ganz alltägliche Miteinander in einer großen Gemeinschaft mit starkem Zusammenhalt. Dies ist eine einzigartige Erfahrung, die man so schnell nicht vergessen wird.

Deutsches vs. Spanisches Hochschulsystem – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Spanien besitzt über 70 Universitäten und Hochschulen, die Auswahl ist also sehr groß. Die so genannten „Universidades“ werden oft nach Fachrichtungen unterschieden, es gibt jedoch auch Universitäten, welche eher theoretisch ausgerichtet sind und andere, die eher mit den deutschen Fachhochschulen verglichen werden können und einen eher praktischen Schwerpunkt haben.

Im Zuge der Bologna Reform wurde auch in Spanien das Bachelor- und Mastersystem eingeführt. Auch zuvor gab es in Spanien jedoch Land- und Kurzzeitstudiengänge, weshalb die Umstellung hier verhältnismäßig einfach war. Man kann also sowohl den Bachelor als auch den Master in Spanien absolvieren oder man geht lediglich im Rahmen eines Auslandssemesters für ein oder zwei Semester nach Spanien.

In Spanien wird zwischen fünf unterschiedlichen Hochschultypen unterschieden. Es gibt private sowie staatliche Universidades, dann so genannte Escuelas Superiores, welche etwa mit den deutschen Fachhochschulen verglichen werden können, Universidades Politécnicas sind auf Technik und Naturwissenschaften spezialisierte Universitäten und Business Schools unterrichten Management zudem gibt es auch Fernuniversitäten die so genannten Universidades de Educación a Distancia. Meist sind die unterschiedlichen Hochschultypen auch in einer Universität vereint und bilden nur unterschiedliche Fakultäten. Je nachdem, welchen Abschluss man anstrebt und wo man die eigenen Schwerpunkte legen möchte, muss man sich dann für eine bestimmte Fakultät und ein Studienprogramm entscheiden. Für Austauschstudenten sind jedoch die Möglichkeiten meist eingeschränkt durch das jeweilige Austauschprogramm oder den Studiengang in Deutschland. Wer jedoch sein gesamtes Studium in Spanien verbringen möchte, sollte sich intensiv mit den Unterschieden zum deutschen System beschäftigen und über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Abschlüsse nachdenken.

Ein weiterer Unterschied zum deutschen System betrifft die Dauer der Studiengänge. Ein Bachelor dauert in Spanien in der Regel vier Jahre, der anschließende Master dagegen oft nur ein Jahr. Diese Zyklen unterscheiden sich von den deutschen und man muss darauf achten, ob man den jeweiligen Master dann überhaupt studieren kann und ob ausreichend Kenntnisse vermittelt werden. Für eine Promotion rechnet man in Spanien mit 3 – 4 Jahren.

Auch in Spanien gilt das Studium als verschulter als in Deutschland. Es gibt viele Vorlesungen und viel Theorie, daran muss man sich gewöhnen. Außerdem sind die Programme oft wenig flexibel, sodass Fächer strikt vorgeschrieben sind und man nur wenig frei wählen kann. Dies betrifft jedoch in der Regel nicht Austauschstudenten, da diese eine besondere Stellung als Studenten einnehmen und oft sogar fachfremde Vorlesungen besuchen können.

Wie sieht das Studium in Spanien aus?

Auch in Spanien werden Studiengebühren erhoben, hier zu studieren ist in der Regel etwas teurer als in Deutschland. Anders als hier werden in Spanien die Studiengebühren nicht einheitlich, sondern für jedes einzelne Studienjahr, das man besucht, festgelegt. Die Höhe hängt dann von der Anzahl und der Art der Kurse ab, die man belegen möchte. Generell kann man an einer staatlichen Universität oder Hochschule jedoch mit Beträgen zwischen 500 und 900 Euro pro Jahr rechnen. Je nach Universität und je nachdem, ob man im Bachelor oder Master studiert können die Gebühren zudem schwanken. Wer an einer privaten Universität studiert, hat nochmals deutlich höhere Studiengebühren zu zahlen. Hier sind Kosten bis zu 6.000 Euro pro Jahr einzuplanen.

Neben den Studiengebühren wird in Spanien zudem Geld für Prüfungen verlangt. Pro Prüfungsphase und für den Abschluss können nochmal 50 bis 100 Euro zusätzlich anfallen.

Es sind außerdem aufgrund der Wirtschaftskrise, welche in Spanien besonders stark zu spüren ist geplant, die Studiengebühren noch weiter zu erhöhen.

Insgesamt ist das Studium in Spanien daher teurer als in Deutschland und wer sein komplettes Studium in Spanien verbringen möchte, muss mit diesen zusätzlichen Kosten rechnen. Wer nur für ein Auslandssemester nach Spanien geht bekommt die Studiengebühren oft durch die Partnerprogramme erlassen. Genauere Informationen zur Höhe der Studiengebühren findet man auf der Homepage der jeweiligen Universität in Spanien oder auch beim Akademischen Auslandsamt der deutschen Universität oder Hochschule. Die Ansprechpartner hier können einem auch zusätzliche Informationen zur Situation an der jeweiligen Universität geben. Teilweise können Studenten mit vielen Geschwistern nämlich zum Beispiel eine Befreiung von den Studiengebühren bekommen.

Ähnlich wie in Deutschland enden die Semester in Spanien auch mit einer Prüfungsphase. Das akademische Jahr besteht aus zwei Semestern, deren Semesterzeiten relativ ähnlich zu den deutschen sind. Auch das macht einen Austausch einfacher, da man keine Überschneidungen hat. Nach dem letzten Semester ist keine gesonderte Abschlussprüfung notwendig, sondern es wird wie in Deutschland eine spezifische Abschlussarbeit verlangt, die je nach Studienfach unterschiedlich aussehen kann. Die Leistungen während des Semesters werden in so genannten „creditos“ gemessen.

In Spanien muss man außerdem mit anderen Noten zurechtkommen, als hier in Deutschland. Im Gegensatz zum Notensystem von 1 bis 6, werden hier Noten bzw. Punkte von 1 bis 10 vergeben. Eine 1 bedeutet in Spanien also keineswegs etwas Gutes, sondern ist die schlechteste Punktzahl.

Mit 1 Punkten bekommt man die Betitelung „Matrícula de honor“, was in Deutschland am ehesten ein „mit Auszeichnung“ bedeuten könnte. Dies ist also die Krönung, jedoch auch nur sehr schwer erreichbar. Teilweise gibt es für solch herausragende Leistungen dann auch spezielle Anerkennungen.

Eine 9 wird mit „sobresaliente“ bezeichnet und entspricht dem deutschen „sehr gut“. 7 und 8 bezeichnen die Spanier als „notable“, man kann diese Punktzahlen also zwischen „gut“ und „befriedigend anordnen“. Mit einer 5 oder 6 hat man gerade so noch bestanden, die Bezeichnung lautet im Spanischen „aprobado“. Ab weniger als fünf Punkten ist man durchgefallen, hier wird nicht mehr weiter unterteilt.

Bewerbung und Zulassung

Bevor der Traum vom Studium in Spanien wahr werden kann, muss man sich leider noch mit jeder Menge Formalien herumschlagen. Die Bewerbung für ein Auslandsstudium oder Auslandssemester ist oft sehr umfangreich und zeitaufwendig. Man sollte sich hier jedoch auch wirklich die Zeit nehmen und eine gute Bewerbung abliefern, um seinen Traum auch leben zu können. Und hält man die Zusage erst in der Hand und macht sich auf den Weg nach Spanien, dann sind all die Anstrengungen und blanken Nerven der Bewerbungsphase sofort wieder vergessen.

Wie die Bewerbung abläuft hängt auch davon ab, ob man komplett in Spanien studieren möchte oder nur ein Auslandssemester im Rahmen des Studiums in Deutschland plant. Je nachdem muss man sich nämlich direkt an der spanischen Universität oder zunächst in Deutschland bewerben.

Komplettes Studium in Spanien (Bachelor oder Master):

Wer für den gesamten Zeitraum eines Studiums und auch für die Abschlussarbeit nach Spanien möchte, kann frei zwischen allen spanischen Universitäten wählen. Der erste Schritt besteht darin, die passenden Universitäten herauszufiltern, das richtige Studienfach zu finden und natürlich auch die richtige Stadt. Im Anschluss erfolgt dann die eigentliche Bewerbung an den jeweiligen Hochschulen.

Man sollte auf jeden Fall viel Zeit investieren, die genauen Voraussetzungen für den Studiengang herauszufinden und eine weitere wichtige Information ist diejenige, was genau alles in die Bewerbung muss. Mittlerweile haben die meisten Universitäten ein Online Bewerbungssystem mit dem man sich bewerben kann und man erhält oft auch eine Checkliste, was alles beigefügt oder per Post zugeschickt werden muss. Bitte achtet immer darauf, dass die Bewerbung vollständig ist, und dass alle Unterlagen und Dokumente beigefügt sind. Viele Dokumente müssen auch übersetzt werden, dann kann man beide Versionen vorlegen oder die Übersetzung beglaubigen lassen. Wer sich nicht sicher ist, was übersetzt werden muss, sollte besser alles übersetzen oder beim zuständigen Ansprechpartner an der spanischen Universität nachfragen. Es ist wirklich sehr ärgerlich, wenn der Traum vom Studium in Spanien an einem fehlenden Dokument oder einer fehlenden Übersetzung scheitert, die man leicht hätte anfertigen können. Daher immer alles mehrfach checken und eventuell sogar schon vor der Abgabefrist bei der Universität nachfragen, ob alle relevanten Unterlagen vorliegen. Das wird zwar nicht immer gern gesehen, wenn man sich jedoch unsicher ist, kann man so eventuell seine Zusage retten.

Falls man in einer Region Spaniens studiert, in der die Vergabe der Studienplätze zentral über eine lokale oder regionale Bildungsbehörde verläuft, muss alle Informationen über die Bewerbung von dort erfragen und auch die Bewerbung dorthin senden und nicht an die Universität selbst. Bevor man mit der Bewerbung beginnt ist es daher das A und O, sich intensiv auf der Universitätshomepage über das jeweilige Verfahren zu informieren und im Zweifelsfall sogar nachfragen.

Auslandssemester in Spanien:

Um während eines Studiums in Deutschland für ein oder zwei Semester nach Spanien zu kommen wählen die meisten das ERASMUS Programm. Das ist ein Austauschprogramm zwischen europäischen Universitäten und die Verbindungen zwischen deutschen und spanischen Universitäten sind relativ gut ausgebaut. Für manche Universitäten und Studienfächer gibt es auch direkte Partnerschaften mit spanischen Universitäten, diese sind jedoch oft sehr limitiert und nicht für alle zugänglich. Wer sich für ein Auslandssemester in Spanien interessiert, sollte zuallererst beim Akademischen Auslandsamt der eigenen Universität oder Hochschule in Deutschland vorbeischauen und sich dort alle Informationen geben lassen, die es zu den unterschiedlichen Möglichkeiten an der eigenen Uni gibt.

In der Regel bewirbt man sich dann für das Austauschprogramm also in diesem Fall häufig ERASMUS bei der deutschen Universität. Es gibt unterschiedliche Formulare, die man dazu ausfüllen muss und in der Regel werden auch Zeugnisse, Motivationsschreiben und Empfehlungsschreiben von Professoren verlangt. Spanien ist bei deutschen Studenten sehr beliebt und daher sind auch die Bewerberzahlen immer sehr hoch. Gute Noten, studentisches oder soziales Engagement und eine erstklassige Bewerbung sind gute Voraussetzungen, um den Platz zu bekommen.

Wer mit einem Austauschprogramm nach Spanien geht, hat oft nur eine begrenzte Auswahl an spanischen Universitäten zur Verfügung. Wer mit dieser Auswahl nicht glücklich wird, kann auch ein Auslandssemester auf eigene Faust organisieren und sich direkt bei der spanischen Wunschuniversität bewerben, doch das ist sehr aufwendig und kann auch sehr teuer werden, da man keine Zuschüsse oder Unterstützung durch das Programm bekommt.

Auch in Spanien gibt es Studiengänge mit Numerus Clausus und Studiengänge ohne. Ob man einen bestimmten Notenschnitt erfüllen muss, hängt also vom Studiengang und teilweise auch von der Universität ab. Darüber sollte man sich im Voraus informieren, um die Voraussetzung zu erfüllen. Den Aufnahmetest, der früher für das Studium an einer spanischen Universität notwendig war, muss nun jedoch nicht mehr absolviert werden. Ein Abitur wird jedoch verlangt.

Für deutsche Studenten kommt eine weitere wichtige Voraussetzung hinzu und das ist die Sprache. Viele Universitäten verlangen ein gewisses Ergebnis in einem Sprachtest, um dort studieren zu können. Man sollte auf jeden Fall ein gewisses Sprachniveau in Spanisch erfüllen, denn ansonsten bekommt man gegebenenfalls von den Vorlesungen nichts mit. Der akademische Sprachgebrauch unterscheidet sich natürlich auch vom alltäglichen Spanisch und man sollte gerade am Anfang damit rechnen, dass man eventuell mehr Zeit in die Vor- und Nachbereitung der Vorlesungen stecken muss. Sprachkurse an der deutschen Universität bereiten einen auf den Auslandsaufenthalt vor und wer vor Ort nur noch Spanisch spricht wird die Sprache sehr schnell beherrschen.

Wer ein Motivationsschreiben für die Bewerbung auf den Studienplatz verfassen muss, sollte sich dafür ausreichend Zeit nehmen und es auch von vielen Personen gegenlesen lassen. Vor allem, wenn man das Schreiben in Spanisch verfassen muss, sollte im besten Fall eine Person Korrekturlesen, die fließend Spanisch kann. Das Motivationsschreiben ist ein essentieller Bestandteil der Bewerbung, der über Zu- und Absage entscheiden kann. Man sollte allgemeine und Standardformulierungen vermeiden, sondern versuchen, wirklich die eigene Motivation herauszustellen. Oft ist es auch gut zu sagen, was man sich vom Aufenthalt erhofft und was man an wichtigen Erfahrungen sammeln möchte. Akademische und Persönliche Vorteile sollten beide genannt werden.

Auch Empfehlungsschreiben von Professoren werden oft verlangt und viele Studenten sind damit zunächst überfordert. Eigentlich sollte der Professor einen aus den Vorlesungen kennen und beurteilen können, was für eine Art Student man ist. Bei den steigenden Studentenzahlen und überfüllten Hörsälen ist das jedoch oft kaum mehr möglich. Wer ein Empfehlungsschreiben braucht, sollte nach der Vorlesung oder in der Sprechstunde zum Professor gehen und die eigene Situation erklären und nach einem Schreiben fragen. Manche Professoren vereinbaren dann Termine in denen man etwas über sich selbst und die Motivation zum Auslandsaufenthalt sagen soll, aufgrund dieser Informationen wird dann das Schreiben verfasst. Andere wollen, dass man schon ein paar Sätze vorformuliert und die wichtigsten Infos zur eigenen Person und zum Auslandsaufenthalt zusammenfasst. Je nach Studiengang kann das Empfehlungsschreiben eine Herausforderung darstellen, doch die meisten Professoren, nehmen sich die Zeit dafür und versuchen, einen Auslandsaufenthalt zu unterstützen.

Finanzielle Belastung – Was kommt an Kosten auf mich zu?

Wer einen Auslandsaufenthalt oder ein Auslandsstudium plant, muss sich darüber im Klaren sein, dass zusätzliche Kosten auf einen zu kommen können. Die Ausgaben während eines Auslandssemesters übersteigen in der Regel die Ausgaben am Studienort zuhause und auch für ein komplettes Auslandsstudium in Spanien muss man normalerweise etwas mehr Geld bereithalten als bei einem Studium in Deutschland. Das hat viele verschiedene Gründe, woraus die höheren Kosten resultieren haben wir hier herausgearbeitet, gleichzeitig zeigen wir jedoch auch, wie man finanzielle Unterstützung bekommen kann.

Studiengebühren:

In Spanien sind die Studiengebühren oft nicht pauschal festgelegt, sondern sie variieren je nach Studienfach und Kurswahl. Es macht außerdem einen Unterschied, ob man im Bachelor oder im Master studiert. Insgesamt sind die Studiengebühren in Spanien höher als in Deutschland, man muss mit ca. 500-900 Euro pro Jahr rechnen. Nochmal ganz anders sieht es aus, wenn man auf eine private Universität oder Hochschule möchte. Hier können Kosten von um die 6.000 Euro pro Jahr auf einen zu kommen. Auch in Spanien gibt es Möglichkeiten, von den Studiengebühren befreit zu werden, jedoch ist ein solcher Erlass sehr unwahrscheinlich, gerade für internationale Studierende. Man kann jedoch Glück haben, wenn man nachweisen kann, dass die Eltern es sich wirklich nicht leisten können. Wer mit einem Austauschprogramm wie zum Beispiel ERASMUS für ein Semester nach Spanien geht, muss in der Regel keine Studiengebühren an die spanische Universität zahlen. Man zahlt dann weiterhin die deutschen Gebühren und bleibt auch an der deutschen Universität eingeschrieben.

Lebenshaltungskosten:

Die Lebenshaltungskosten machen bei den meisten Studenten den größten Teil der Ausgaben aus. Dazu zählen Miete, Verpflegung, Gebrauchsgegenstände, usw. Alles was man eben zum Leben braucht. Je nachdem in welcher Region Spaniens man sich befindet können die Kosten gerade für Miete stark variieren. Wer in einer der großen Studentenstädte wie Barcelona, Madrid oder Valencia wohnt muss mit deutlich höheren Mietpreisen rechnen, als in kleineren Städten. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, in Spanien zu wohnen. Für ein Auslandssemester ist das Wohnen im Wohnheim meist die beliebteste Möglichkeit. Die Mietpreise sind in der Regel sehr günstig, man lernt schnell viele Leute kennen und man wohnt direkt an der Universität. Jedoch ist das Wohnheim für die meisten eine Lösung auf Zeit. Lärmbelästigung, Dreck und unzuverlässige Zimmernachbarn sind nur einige Gründe, warum es viele nicht länger als ein Semester i m Wohnheim aushalten. Die zweite Möglichkeit ist dann, eine WG zu suchen. Wer sich eine Wohnung mit anderen teilt, kann die Mietkosten etwas senken. In den großen Städten muss man dennoch mit Preisen um die 300 – 400 Euro im Monat rechnen. Wer in einer kleineren Stadt wohnt, kann auch WG-Zimmer für 150 – 250 Euro im Monat finden. Die Suche nach einer WG kann schwierig sein, wenn man von zuhause aus sucht. Man kann sich die Zimmer nicht live anschauen und man kann die neuen Mitbewohner nicht wirklich kennen lernen. Oft ist es daher besser, eine vorübergehende Lösung zu suchen und dann vor Ort nach einer WG zu schauen. Eine dritte Möglichkeit besteht darin, sich ein eigenes Appartement oder eine Ein-Zimmer Wohnung zu suchen. Wer nicht gerne mit anderen zusammen wohnt, sondern eher seine Ruhe und Privatsphäre braucht, für den kann das die optimale Lösung sein. Jedoch ist es dann oft auch schwieriger, mit Leuten in Kontakt zu kommen und gerade am Anfang ist es sehr schön, im fremden Land schon gleich ein paar Ansprechpartner zu haben.

Lernmaterial:

Der Zweck des Aufenthaltes in Spanien ist ja nach wie vor das Studium. Ebenso wie in Deutschland, kommen dafür einige Kosten auf einen zu. Man benötigt neben Schreibzeug vor allem auch Bücher, die im Rahmen des Studiums gelesen werden müssen. Nicht immer sind alle Bücher in der Bibliothek vorhanden, so dass einige auch selbst gekauft werden müssen. Hinzu kommen auch Dinge wie Kosten für einen Drucker oder weitere Ausgaben, die mit der Universität verbunden sind.

Freizeit und Reisen:

In einem fremden Land zu wohnen ist neben der akademischen Weiterbildung natürlich auch eine einmalige Chance, dieses Land besser kennen zu lernen. Und diese Chance sollte man auch vollkommen ausnutzen. Man sollte so viel wie möglich mit den Leuten unternehmen, die man an der Universität kennen lernt, um so Kontakte fürs Leben und gute neue Freundschaften zu knüpfen. Bei vielen Freizeitaktivitäten lernt man auch erst die tolle Lebenseinstellung und die andere Kultur in Spanien kennen. Neben den vielen Freizeitaktivitäten im näheren Umfeld, sollte man natürlich auch so viel wie möglich reisen, um unterschiedliche Facetten des Landes kennen zu lernen. Egal ob Städtetrip, Ausflug ans Meer oder in die Pyrenäen, all diese Reisen und die unzähligen tollen Freizeitaktivitäten in Spanien haben natürlich auch ihren Preis. Schon im Voraus sollte man also einplanen, dass man während des Auslandsaufenthaltes mehr Geld für Reisen und Freizeit ausgeben wird, als in Deutschland. Man sollte sich dafür ein großzügiges Budget festlegen, denn solche Möglichkeiten bekommt man nicht so schnell wieder und es wäre schade, wenn man etwas verpasst, nur weil man mit zu wenig Geld kalkuliert hat.

Wer nicht nur für ein Semester, sondern für das komplette Studium in Spanien bleibt, muss noch weitere Reisekosten einplanen und zwar die für Besuche in Deutschland. Wer mehrere Jahre im Ausland verbringt verspürt bestimmt auch öfter einmal Heimweh und zu Geburtstagen oder Feiertagen möchte man dann doch auch einmal seine Familie besuchen und wiedersehen. Das Geld für Flüge nach Deutschland und wieder zurück nach Spanien sollte man also auf jeden Fall auch einrechnen und sich schon im Voraus überlegen, wie oft man gerne einen Besuch in der Heimat machen möchte.

Krankenversicherung für Spanien:

Nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland ist es sehr wichtig, eine gute Krankenversicherung zu haben. Bei all den Reisen und Aktivitäten, die man in Spanien ausprobieren möchte, kann es leicht zu Verletzungen kommen und wer für eine längere Zeit in Spanien bleibt, kann auch jederzeit von einer Krankheit geplagt werden, wegen der medizinische Hilfe notwendig ist. Für die Zeit des Auslandsaufenthaltes, egal ob ein Semester oder ein ganzes Studium, sollte man sich also vergewissern, dass ein guter Schutz gewährleistet ist.

Wer sein gesamtes Studium im Ausland verbringt, muss besonders gut aufpassen. Die europäische Krankenversicherung und auch einige Auslandskrankenversicherungen sind zeitlich befristet und gelten höchstens für ein oder zwei Jahre. Ausnahmen sind natürlich möglich, daher zunächst bei der eigenen Krankenkasse nachfragen und alles klären. Sollte kein ausreichender Schutz gewährleistet sein, kann man entweder eine Auslandskrankenversicherung für den Zeitraum abschließen oder auch eine spanische Versicherung wählen. In dem Fall sollte man jedoch genau hinschauen, ob dieselben Standards und Leistungen gelten wie bei einer deutschen Versicherung. Wichtig sind auch Zusatzleistungen, wie ein Rücktransport nach Deutschland, der in jeder guten Auslandskrankenversicherung enthalten ist, jedoch in einer spanischen Versicherung vermutlich nicht auftaucht. Hier also ebenfalls genau hinschauen.

Wer nur für ein Semester nach Spanien geht ist grundsätzlich weiterhin über die deutsche Versicherung abgesichert. Aufgrund des Sozialversicherungsabkommens zwischen den Ländern der Europäischen Union, ist der Versicherungsschutz auch in Spanien gültig. Um die Leistungen zu bekommen, benötigt man die europäische Sozialversicherungskarte, welche normalerweise auf der Rückseite der normalen Krankenversicherungskarte enthalten ist. Trotz dieser Abkommen, sollte man bei seiner deutschen Versicherung nachfragen, welche Leistungen enthalten sind. Teilweise kann es auch zu Einschränkungen aufgrund der Dauer d es Aufenthaltes kommen. Sind nicht alle Leistungen abgedeckt kann eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung für diese Zeit eine gute Wahl sein. Auch wenn dadurch zusätzliche Kosten entstehen kann eine gute Versicherung im Krankheitsfall ausschlaggebend sein, denn schneller als man denkt, entstehen sonst sehr hohe Kosten, die man als Student nicht tragen kann.

Eine Auslandskrankenversicherung bucht man am besten bei einem deutschen Anbieter und auch bei Anbietern, die schon viel für Studenten gemacht haben. Der Versicherungsspezialist MAWISTA ist zum Beispiel seit Jahren auf Auslandskrankenversicherungen für Studenten spezialisiert und die Tarife sind auf die jeweilige Situation im Ausland angepasst gleichzeitig überzeugen auch die fairen Preise für Studenten.

Tarife für Bachelor- und Masterstudenten finden sich hier, wer ein Doktorat in Frankreich machen möchte oder als Gastwissenschaftler an eine französische Universität möchte, findet hier die passenden Tarife.

Finanzierung und Unterstützung

All die Dinge, die nun vorgestellt wurden müssen also bezahlt werden. Je nach Studiengang, Wohnort und eigenen Vorlieben ist das mehr oder weniger als man in Deutschland braucht, aufgrund der Studiengebühren in Spanien jedoch meist höher. Für viele stellt sich daher die Frage, wie kann ich mir mein Auslandssemester oder Auslandsstudium finanzieren. Wer nur wenig oder keine Unterstützung von den Eltern bekommt, muss sich nach anderen Mitteln umschauen. Es gibt eine große Anzahl an Stipendien und Förderprogrammen, die man als Student im Ausland in Anspruch nehmen kann.

Wer mit einem Austauschprogramm nach Spanien geht bekommt oft schon durch das jeweilige Programm Zuschüsse oder man muss z.B. keine Studiengebühren zahlen, wodurch schon ein Teil der Kosten wegfällt.

Wer im Ausland studiert kann auch Auslandsbafög beantragen. Auch wer kein normales Bafög bekommt, kann bei Auslandsbafög etwas bekommen, da hier andere Grenzen liegen. Die Höhe der Zuschüsse hängen von einer Reihe Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Einkommen der Eltern und dem Zielland. Man bekommt auch Zuschüsse für Lernmaterialien und Reisekosten. Die Hälfte des Bafög muss als Kredit zurückgezahlt werden.

Ansonsten gibt es eine ganze Reihe an Stipendien auf die man sich bewerben kann. Dazu gehören zum Beispiel die Stipendien des DAAD, welche oft auch sehr viel oder sogar die ganzen Kosten des Aufenthaltes abdecken (infos unter www.daad.de ). Außerdem gibt es die Studienstiftung und zahlreiche private, kirchliche oder politische Stiftungen, die Stipendien anbieten. Man sollte so früh wie möglich anfangen, sich über die Stipendien zu informieren, da die Bewerbungsfristen sehr früh liegen, teilweise bis zu über ein Jahr im Voraus.

Man kann sich auch auf mehrere Stipendien bewerben, um die eigenen Chancen zu erhöhen, jedoch können nicht mehrere Stipendien in Anspruch genommen werden. Am Ende muss man sich dann entscheiden.

Wer sich auf ein Stipendium bewirbt, sollte viel Zeit und Mühe in die Bewerbung stecken. Natürlich wird oft hauptsächlich auf die Noten geschaut, jedoch kann eine gute Bewerbung mit aussagekräftigem Motivationsschreiben auch einen entscheidenden Vorteil bringen.

Wer sich für Stipendien interessiert, sollte immer auch die Ansprechpartner im Akademischen Auslandsamt aufsuchen und sich weitere Informationen geben lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

sechzehn − eins =