Reiserücktrittsversicherung und Vorerkrankungen – Dialysepatient

Reiserücktrittsversicherung und Vorerkrankungen – Dialysepatient

Ausgangssituation:

Kunde ist Dialysepatient seit 5 Jahren und voll arbeits- und reisetauglich. In der vergangenen Zeit wurden Reisen innerhalb und außerhalb Europas durchgeführt. Die Frage ist, greift der Versicherungsschutz in der Reiserücktrittsversicherung bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und wie ist die Lage bei Zuteilung eines Spenderorganes durch Eurotransplant?

1. Versicherungsbeurteilung am Beispiel der AGA International. S.A.:

Bei einer chronischen Erkrankung ist es erforderlich, dass die versicherte Person über einen längeren Zeitraum einen stabilen Gesundheitszustand hat. Ein möglicher Einbruch ist dann bei der Reiserücktrittsversicherung versichert. In einem konkreten Schadenfall prüft der Versicherer, ob ein stabiler Gesundheitszustand bei Abschluss der Versicherung und Buchung der Reise vorlag.
In den Produkt- und Verbraucherinformationen der AGA International S.A., München heißt es:

„Versichert ist u. a. die nach Vertragsabschluss auftretende unerwartete schwere Erkrankung der versicherten Person oder eines nahen Angehörigen, die die planmäßige Durchführung der Reise unzumutbar macht. Eine unerwartete schwere Erkrankung liegt vor, wenn aus dem stabilen Zustand des Wohlbefindens und der Arbeits- und Reisefähigkeit heraus konkrete Krankheitssymptome auftreten, die dem Reiseantritt entgegen stehen und Anlass zur Stornierung geben.“

2. Zur Frage des Spenderorganes heißt es in den Bedingungen:

§ 2 Unter welchen Voraussetzungen erbringt AGA die Leistungen?

In den Versicherungsbedingungen steht dazu unter § 2 Nr. 1 AVB RR 12

1. Versicherungsschutz besteht, wenn die planmäßige Durchführung der Reise nicht zumutbar ist, weil die versicherte Person selbst oder eine Risikoperson während der Dauer des Versicherungsschutzes von einem der nachstehenden Ereignisse betroffen wird:

  • Tod;
  • schwere Unfallverletzung;
  • unerwartete schwere Erkrankung;
  • unerwarteter Termin zur Spende oder zum Empfang von Organen und Geweben (Lebendspende) im Rahmen des Transplantationsgesetzes;
  • Impfunverträglichkeit;
  • Schwangerschaft, sofern der Reiseantritt infolge dessen nicht möglich oder nicht zumutbar ist;
  • die unerwartete Adoption eines minderjährigen Kindes;
  • Schaden am Eigentum der versicherten Person durch Feuer, Explosion, Sturm, Blitzschlag, Hochwasser, Erdbeben, Wasserrohrbruch oder vorsätzliche Straftat eines Dritten, sofern der materielle Schaden erheblich ist oder sofern die Anwesenheit der versicherten Person zur Aufklärung erforderlich ist;
  • Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung des Arbeitsplatzes durch den Arbeitgeber;
  • unerwartete Aufnahme eines Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses (sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit – 2 -mindestens 15 Wochenstunden) oder unerwarteter Wechsel des Arbeitgebers unter Begründung eines neuen Arbeitsverhältnisses durch die versicherte Person oder eine mitreisende Risikoperson;
  • Nichtversetzung eines Schülers, sofern die Reise vor Kenntnis hiervon gebucht wurde und die Durchführung der Reise nicht zumutbar oder unmöglich ist;
  • Wiederholung einer nicht bestandenen Prüfung während der Schul-, Berufsschul- oder Hochschul-Ausbildung, sofern die Reise vor dem ursprünglichen Prüfungstermin gebucht war und der Termin der Wiederholungsprüfung unerwartet in die Zeit der versicherten Reise fällt.

Die Beantwortung erfolgte mit fachkundiger Unterstützung von Frau Dr. Fajen, Abteilung Recht, der AGA International S.A., München

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